Jetzt kostenlos
anmelden

  • Premiuminhalte einsehen
  • Veranstaltungen vorschlagen
  • Newsletter beziehen
zur Anmeldung
Pflegedienst Buxtehude Firmenlogo
Neue Stellenangebote!

„Wer schreibt der bleibt“ – das niemals enden wollende Thema Pflegedokumentation. Ein Erfahrungsbericht.

von Kirsten Storz
Als ich in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts meine Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte, hörte ich mehr als einmal den Satz: „Wenn ich alles vollständig dokumentieren soll, habe ich keine Zeit mehr für meine Patienten!“

So viel wie sich im pflegerischen Alltag seither geändert hat – diese Einstellung findet sich bei vielen Pflegenden nach wie vor.


In der direkten Diskussion sind sich alle Pflegenden einig, dass die Pflegedokumentation nicht nur ein notwendiges Übel darstellt, sondern auch der rechtlichen Absicherung, der Kommunikation untereinander, der Arbeitsorganisation und in der ambulanten Pflege sogar der Abrechnung und damit der Finanzierung des eigenen Arbeitsplatzes dient.

Trotzdem sehen viele Pflegekräfte die Dokumentation nicht als berufliche Pflicht und Unter-stützung, sondern als zusätzliche Unannehmlichkeit.

Woran liegt das? Das häufig verwendete Argument des Zeitmangels kann hier nicht oder nur sehr eingeschränkt gelten, da die Pflegedokumentation auch schon in den Jahren mit besserer personeller Besetzung bei vielen Pflegenden ein negatives Ansehen genoss.

Schon vor 10-15 Jahren sträubte man sich vor der Einführung der Pflegeplanung. In vielen Bereichen ist dieser Widerstand trotz gesetzlicher Vorgaben (wie z.B. § 3 KrPflG, Vereinbarungen aus § 80 SGB XI, § 11 HeimG) bis heute ungebrochen.

In der Praxis zeigen sich nach wie vor lückenhaft geführte Durchführungsnachweise, nicht schlüssige Pflegeberichte und unvollständige bis nicht vorhandene Pflegeplanungen. Gerne wird beim Schreiben der Pflegeplanung übersehen, dass sie arbeitserleichternd wirken kann.

Je detaillierter und individueller Pflegeprobleme, -Ressourcen, -Ziele und –Maßnahmen in der Pflegeplanung beschrieben werden, desto weniger ist im pflegerischen Alltag zu dokumentieren. Halten sich alle Beteiligten an die geplanten Inhalte, werden nicht nur Diskussionen mit Patienten und Angehörigen vermieden („aber Ihre Kollegin macht das immer ganz anders“), man hat auch eine bessere Erfolgskontrolle (sind die Maßnahmen zielführend oder nicht?).

Dies liefert Gründe für oder gegen eine bestimmte Pflegemaßnahme und damit wiederum Argumente gegenüber Angehörigen oder anderen Berufsgruppen.

Eine konsequente regelmäßige Evaluation führt dazu, dass eine individuelle, die Patientenwünsche berücksichtigende Pflege gemäß Pflegeprozess durchgeführt wird und bewirkt so die Steigerung der Pflegequalität.

So kann beispielsweise gegenüber dem MDK bewiesen werden, dass pflegerische Maßnahmen fachgerecht umgesetzt wurden.

Die Vorteile der Pflegedokumentation stehen jedoch häufig nicht im Vordergrund der Überlegungen Pflegender, hinzu kommt eine gewisse „Betriebsblindheit“, die jeder kennt, der schon einmal länger in einem Bereich gearbeitet hat.

Umso wichtiger ist es, diese Vorteile regelmäßig in Erinnerung zu rufen, rechtliche Konsequenzen zu erläutern und wiederholt gezielte Fortbildungsmaßnahmen und Trainings durchzuführen.

Autorin




Kirsten Storz
Schwerpunkte:
  • Demenz
  • Dokumentation
  • Expertenstandards
  • Hygiene
  • Informatik
  • Kommunikation
  • Organisation

zum Profil