Zielgruppe: Alle Mitarbeiter(innen) in der Pflege
In den mehreren tausend geriatrischen Einrichtungen und Krankenhäusern hat die Sepsis deutlich zugenommen. Etwa 3 - 6% der Pflegebedürftigen in diesen Institutionen erwerben nosokomiale Infektionen (= sämtliche Infektionen bei hospitalisierten Pflegebedürftigen), was über 900.000 neue Fälle pro Jahr entspricht. Diese nosokomialen Infektionen im Harnwegsbereich entstehen nur zum geringsten Teil durch Blasenentleerungsstörungen (wie Inkontinenz, Dysurie oder Harnretention). Meistens entstehen diese Infektionen beim unsachgemäßen Umgang mit dieser Störung.
Nach einer WHO-Studie aus dem Jahre 1989 entstehen bis zu 60% dieser Infektionen nach einer Katheterisierung der Harnblase. So hat sich gezeigt, dass viele Katheter immer noch fehlerhaft gelegt werden, oder die Pflege eines Katheters unsachgemäß durchgeführt wird.
Die meisten Keime, die gefunden werden, sind Darm- und Hautkeime. In letzter Zeit wird die Beteiligung von koagulasepositiven und koagulase-negativen Staphylokokken bei längeren Verweilzeiten vermehrt festgestellt.
Eine Ursache hierfür ist, dass vornehmlich koagulase-negative Staphylokokken in der Lage sind, die Weichmachersubstanzen von Kunststoffmaterialien als Nährstoffe auszunutzen, Biofilme zu bilden und Schleimsubstanzen zu produzieren.
Die typische nosokomiale Harnwegsinfektion hat fast immer ihren Ausgangspunkt in körpereigenen Keimreservoiren, wie der Vorhaut vom Penis, der Scheide bzw. Klitoris, des Anus-Genitalbereiches und der Harnröhre.
Inhalt:
Theoretischer Teil:
- Harnblasenentzündung (Cystitis)
- Anzeichen einer Harnblasenentzündung
- Vorbeugende Maßnahmen
- Gründe für die Intimpflege
- Intimpflege bei der Frau / beim Mann
- Beobachtungen während der Intimpflege
- Pflegerische Maßnahmen bei Harnblasenentzündung
Praktischer Teil: Intimpflege bei liegendem Harnblasenkatheter
Seminardauer: 1 x 3 bis 1 x 4 Seminarstunden (à 45 Minuten) – je nach Umfang des praktischen Teils