Wachstum und Ambulantisierung – Marktentwicklung stationär, teilstationär und ambulant in 2017

Marktentwicklung im ersten Quartal 2017

145 neue Tagespflegeeinrichtungen im ersten Quartal 2017

Die Analyse der 145 neu gegründeten Tagespflegen im ersten Quartal 2017 zeigt, dass besonders in ländlichen Regionen ein Wachstum zu beobachten ist. Bezogen auf 100 Tsd. Einwohner über 65 Jahre ist das Wachstum besonders in den demografisch älteren Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachen zu erkennen. Absolut gesehen entstehen in Nordrhein-Westfalen (41 Neueröffnungen), Niedersachen (24 Neueröffnungen) und Bayern (29 Neueröffnungen) die meisten neuen Tagespflegen.

145 neue Tagespflegeeinrichtungen im ersten Quartal

Der größte Teil der neu gegründeten Tagespflegeeinrichtungen hat einen stationären Ursprung, etwa 44 Prozent der neuen Tagespflegen (64 Neueröffnungen) sind einem Pflegeheim angegliedert. Weitere 19 Prozent (27 Neueröffnungen) sind im Rahmen eines Gesamtkonzeptes, in dem Pflegeheim, ambulanter Pflegedienst und eine Tagespflege an einem Standort zu finden sind, neu entstanden. Während weitere 30 Prozent der neu eröffneten Tagespflegen (44 Neueröffnungen) durch einen ambulanten Pflegedienst betrieben werden, sind lediglich sieben Prozent der Neueröffnungen als eigenständige Einrichtung erkennbar. Die durchschnittliche Kapazität der neu eröffneten Tagespflegeeinrichtungen beträgt circa 16 Pflegeplätze. 1

40 neu eröffnete Pflegeheime im ersten Quartal 2017

Im Vergleich dazu hat die Untersuchung der 40 neueröffneten stationären Einrichtungen derselben Periode in der absoluten, regionalen Verteilung ein ähnliches Bild ergeben. 33 Prozent (13 Neueröffnungen) der Neugründungen fallen auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen, 25 Prozent (10 Neueröffnungen) auf Niedersachsen und 13 Prozent (5 Neueröffnungen) der neuen stationären Einrichtungen sind in Bayern entstanden. Der Anteil der Pflegeheime in privater Trägerschaft nimmt weiter zu, knapp zwei Drittel der neu eröffneten Pflegeheime werden von privatwirtschaftlichen Trägern betrieben. Rund ein Drittel der neuen Häuser befinden sich in der Trägerschaft gemeinnütziger Unternehmen und nur etwa 5 Prozent der neu entstandenen Pflegeheime werden durch kommunale Träger betrieben.

40 neue Pflegeheime im ersten Quartal

Insgesamt sind in 2017 von Januar bis März 2.772 neue stationäre Pflegeplätze entstanden. Im Durchschnitt haben Häuser in privater und kommunaler Trägerschaft ca. 75 Plätze wohingegen die durchschnittliche Kapazität von Pflegeplätzen in gemeinnützigen Einrichtungen bei 54 liegt.

Kategorisierung der Pflegeheime – Residenzkonzepte im Kommen

Neu eröffnete Pflegeheime lassen sich in drei Kategorien unterteilen. Kleine Einrichtungen mit weniger als 50 Pflegeplätzen bieten häufig einen spezialisierten Pflegeansatz (z.B. Wachkoma, Beatmungspflege, o.ä.), während Betreiber von Häusern mit 50 bis 80 Pflegeplätzen ein sogenanntes Residenzkonzept verfolgen. Ein Indikator für diese These ist unter anderem, dass Pflegeheimen dieser Kategorie die meisten Tagespflegen angegliedert sind. Eine weitere Kategorie bilden die klassischen Pflegeeinrichtungen, zu der die Häuser mit mehr als 80 Pflegeplätzen zählen. Die in 2017 neu eröffneten Pflegeheime teilen sich etwa zu je einem Drittel in diese Kategorien auf. 20 der 40 neuen Pflegeheime betreiben zusätzlich eine Tagespflege, die meisten davon in der Gruppe der von gemeinnützigen Trägern betriebenen Pflegeeinrichtungen.

Marktentwicklung im zweiten Quartal 2017

Im zweiten Quartal 2017 sind bundesweit 94 Tagespflegen, 179 Pflegedienste und 23 stationäre Pflegeheime neu entstanden. Dies macht insgesamt ein Viertel weniger Neugründungen im Vergleich zum ersten Quartal 2017 aus.
Zahlen insgesamt:

  • Pflegeheime – 11.404, Stand Juli 2017
  • Pflegedienste – 14777, Stand Juli 2017
  • Tagespflegen – 4647, Stand Juli 2017

Entwicklungen in der Tagespflege

Bezogen auf die Einwohner über 65 Jahre entstehen besonders in den neuen und strukturälteren Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen neue Tagespflegen, was ebenso bereits im ersten Quartal zu beobachten war. Absolut gesehen gründeten sich die meisten neuen Einrichtungen in Niedersachsen (20), Nordrhein-Westfalen (17), Mecklenburg-Vorpommern (9), Sachsen-Anhalt und Thüringen (je 8). In Bezug auf die verfügbaren Angaben zur Platzkapazität ist zu beobachten, dass der Mittelwert bei rund 14 Plätzen pro Einrichtungen liegt.

30 neue Intensivpflegedienste im zweiten Quartal

Zwischen April und Juni 2017 sind von 179 neu gegründeten Pflegediensten 25 Unternehmen im Bereich der Intensivpflege entstanden. Dies macht einen beachtlichen Anteil von gesamt 14 Prozent aus. Davon haben sich allein 13 Dienste in Nordrhein-Westfalen gegründet. Alle weiteren Intensivpflegedienste verteilen sich auf Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
Im Verhältnis zu den Über 65-Jährigen entstehen die meisten Pflegedienste in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, gefolgt von Hamburg und Schleswig-Holstein.

pd-neugründungen-2017

Hinsichtlich der Trägerschaft ist bemerkenswert, dass sich circa 86 Prozent der neu entstandenen Pflegedienste in privater Trägerschaft befinden, wohingegen lediglich 14 Prozent dem gemeinnützigen Sektor angehören.

Ein Drittel der Pflegeheim- Neugründungen in Nordrhein-Westfalen

Aus der Analyse der regionalen Verteilung der 23 neu gegründeten Pflegeheime des zweiten Quartals geht hervor, dass rund ein Drittel der Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen eröffnet wurde. Insgesamt wurden damit im benannten Zeitraum knapp 2.000 neue Pflegeplätze geschaffen. Die weiteren Neugründungen waren besonders in Bayern und Hessen zu beobachten. Bezüglich der Größe der Pflegeheime halten sich das Residenzmodell mit einer mittleren Platzkapazität von 58 Betten und das klassische Modell des Pflegeheims mit durchschnittlich 105 Betten insgesamt die Waage. Im Vergleich zum ersten Quartal sind in den Monaten April bis Juni relativ gesehen mehr gemeinnützige Einrichtungen entstanden.

stat-neugründungen-2017

Fazit

Das Wachstum im Bereich der Tagespflege liegt mit 145 Neugründungen im ersten Quartal 2017 weiterhin auf dem hohen Vorjahresniveau. Fast jede zweite neue Tagespflege ist Teil einer stationären Einrichtung. In den neuen Bundesländern sind die Tagespflegen vorwiegend ambulant, im Westen eher stationär. Neu eröffnete Pflegeheime lassen sich in die Kategorien Spezialpflege, Residenzkonzept und klassische Pflegeeinrichtungen unterteilen, die sich gleichermaßen entwickeln. Der Schwerpunkt der Neueröffnungen sowohl von Pflegeheimen, als auch Tagespflegen, liegt in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Bayern. Das zweite Quartal ist etwas schwächer als der erste Quartal. Aufflällig sind die zunehmenden Neugründungen von Intensivpflegediensten. Alleine in drei Monaten wurden 30 neue Gesellschaften gezählt. Vornehmlich gründen derzeit private Anbieter anbulante Betreiber. Stationär sind 23 neue Einrichtungen enstanden. Diese wurden vorzugsweise in Nordrhein-Westfalen eröffnet.

Quellen

  • 1 Auswertbare Stichprobe: n = 114, Median = 15, Modus einfach = 15.

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