Löschradar Oktober 2018: Schließungen und Insolvenzen

Auch im Oktober mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 62 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Knapp die Hälfte der Schließungen entfällt dabei auf dem ambulanten Bereich (46 Prozent) – 29 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 20 Pflegeheime und 13 Tagespflegen.

Im Löschradar Oktober 2018 lag nur das Volumen der geschlossenen Pflegeheime über dem bisherigen Jahresmedian.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 1.114 Pflegebetten und 116 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 908 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Niedersachsen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste über 400 Kunden. Nicht ganz so hohe Defizite mussten Bayern (188), Hessen (135) und Sachsen (101) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Bayern (367), gefolgt von Niedersachsen (219) und Nordrhein-Westfalen (208). Der Verlust an Tagespflegeplätzen verteilt sich beinahe gleichwertig auf Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Nur Niedersachsen muss auch hier stärkere Verluste verkraften.

Bei Analyse des Löschradar fällt auf, dass beinahe alle geschlossenen Dienste und Einrichtungen in Hinsicht auf Größe und Kosten unter Bundesschnitt lagen.

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 8 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 383 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 35 Betten vor allem kleine Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 1.360,41 Euro weit unter dem Bundesschnitt von 1.802,06 Euro lagen. Mit durchschnittlich 1,6 lag auch die MDK Note unter dem Bundesschnitt von 1,2.

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 2,3 auf, was ebenso weit unter dem Bundesschnitt von 1,4 liegt. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 50 Patienten, während der Bundesschnitt hier ebenfalls höher liegt: bei 93 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Sowohl die Größe, als auch die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen unter dem Bundesschnitt. All diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.

Alles in allem kann der Oktober jedoch nicht als außergewöhnlich schwerwiegender Monat bezeichnet werden. Zwar lag die Anzahl der von Schließungen betroffenen Betten über dem Median, doch sowohl Tagespflege, als auch Versorgungen mussten ein nur unterdurchschnittliches Defizit hinnehmen.