Löschradar November 2018: Schließungen und Insolvenzen

Auch im November mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 105 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Mehr als die Hälfte der Schließungen entfällt dabei auf dem ambulanten Bereich (58 Prozent) – 61 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 16 Pflegeheime und 28 Tagespflegen.

Im Löschradar November 2018 lagen alle Schließungen und Insolvenzen über dem bisherigen Jahresmedian.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 1.178 Pflegebetten und 325 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 3.550 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste über 1.000 Kunden. Nicht ganz so hohe Defizite mussten Niedersachsen (933) und Berlin (55) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Niedersachsen (238), gefolgt von Rheinland-Pfalz (196) und Nordrhein-Westfalen (176). Der Verlust an Tagespflegeplätzen schlägt insbesondere in Baden-Württemberg (74), Brandenburg (67) und Niedersachsen (57) zu Buche.

Bei Analyse des Löschradar fällt auf, dass beinahe alle geschlossenen Dienste und Einrichtungen in Hinsicht auf Größe und Kosten unter Bundesschnitt lagen.

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 16 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 383 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 53 Betten vor allem kleine Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 1.519,17 Euro weit unter dem Bundesschnitt von 1.802,06 Euro lagen. Mit durchschnittlich 1,4 lag auch die MDK Note unter dem Bundesschnitt von 1,2.

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,7 auf, was ebenso weit unter dem Bundesschnitt von 1,4 liegt. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 72 Patienten, während der Bundesschnitt hier ebenfalls höher liegt: bei 93 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Sowohl die Größe, als auch die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen unter dem Bundesschnitt. All diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.

Alles in allem wurden im November mehr Plätze, Betten und Versorgungen eingestellt als im Jahresschnitt, dennoch zeigt der Monat ansonsten keine besonderen auffälligkeiten.