Löschradar Dezember 2018: Schließungen und Insolvenzen

Auch im Dezember mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 16 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Die Hälfte der Schließungen entfällt dabei auf dem ambulanten Bereich (50 Prozent) – 8 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 7 Pflegeheime und 1 Tagespflege.

Besonders in Nordrhein-Westfalen wurden viele Pflegedienste mit hohen Patientenzahlen geschlossen.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 421 Pflegebetten und 78 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 799 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste über 700 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Berlin (68) und Brandenburg (28) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Schleswig-Holstein (197), gefolgt von Niedersachsen (189). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft einzig Baden-Württemberg (78).

Die geschlossenen Einrichtungen lagen meist durchgängig unter dem Bundesschnitt.

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 8 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von rund 507 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 60 Betten vor allem kleine Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 1.328,03 Euro weit unter dem Bundesschnitt von 1.802,06 Euro lagen. Mit durchschnittlich 1,27 lag auch die MDK Note unter dem Bundesschnitt von 1,2.

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 2,1 auf, was ebenso weit unter dem Bundesschnitt von 1,4 liegt. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 99 Patienten, während der Bundesschnitt hier niedriger liegt: bei 93 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Sowohl die Größe, als auch die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. All diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.