Löschradar April 2019: Löschungen und Insolvenzen

Auch im April mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 46 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Mehr als die Hälfte Schließungen entfällt dabei auf dem ambulanten Bereich (56 Prozent) – 26 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 6 Pflegeheime und 14 Tagespflegen.

Im April wurden Pflegeheime mit insgesamt mehr als 300 vollstationären Plätzen geschlossen.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 332 Pflegebetten und 119 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 1146 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 316 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Niedersachsen (264) und Thüringen (178) hinnehmen. Die meisten Betten verliert indes Niedersachsen (120). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Niedersachsen (56), Baden-Württemberg (31), Bayern (13), Nordrhein-Westfalen (11) und Hessen (8)

Im Löschradar April 2019 wurden insgesamt 46 Pflegeangebote geschlossen.

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 9 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von rund 440 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 55 Betten vor allem kleine Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 1.467,01 Euro unter dem Bundesschnitt von 1.902,32 Euro lagen. Mit durchschnittlich 1,7 lag auch die MDK Note unter dem Bundesschnitt von 1,2.

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,8 auf und lagen damit im Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 42 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 93 Patienten.Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Sowohl die Größe, als auch die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. All diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.