Löschradar Juli 2019: Schließungen und Insolvenzen

Auch im Juli mussten einige Pflegeeinrichtungen und – dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 71 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal entfällt etwa eine Viertel der Schließungen auf den ambulanten Bereich (23 Prozent) – 16 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 18 Pflegeheime und 29 Tagespflegen.

Schliessungen und Insolvenzen Juli 2019

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 1.165 Pflegebetten und 333 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 277 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Sachsen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 116 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Sachsen-Anhalt (106) und Berlin (31) hinnehmen. Die meisten Betten verliert indes Berlin (781). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft vor allem Niedersachsen (220).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 12 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 283,07 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 67 Betten, deren Durchschnittskosten von 947,32 Euro unter dem Bundesschnitt von 1.902,32 Euro lagen. Auch die MDK von diesen Einrichtungen (1,8) war schlechter (Bundesschnitt – 1,2).  

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,2 und lagen damit über den Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 35 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 93 Patienten.

Schliessungen und Insolvenzen betroffene Betten und Versorgungen Juli 2019

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.


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