Löschradar September 2019: Löschungen und Insolvenzen

Auch im September mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 181 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal ein bischen mehr als eine viertel von Schließungen entfällt dabei auf dem ambulanten Bereich (30,4 Prozent) – 55 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen nur 8 Pflegeheime und 118 Tagespflegen.

Schliessungen und Insolvenzen September 2019

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 337 Pflegebetten und 1075 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 1478 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Rheinland-Pfalz hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 464 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Nordrhein-Westfalen (309), Bayern (194) und Niedersachsen (182) hinnehmen. Die meisten Betten verliert indes Nordrhein-Westfalen (127), danach geht Brandenburg (80). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Bayern (462) und Hessen (277).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 10 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 208,71 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 67 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 1.615,42 Euro unter dem Bundesschnitt von 1.902,32 Euro lagen. Auch die MDK von diesen Einrichtungen (1,7) war schlechter (Bundesschnitt – 1,2).  

Schliessungen und Insolvenzen September 2019 - Betroffene Betten und Versorgungen

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,7 auf und lagen damit unter dem Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 51 Patienten, während der Bundesschnitt hier höher liegt: bei 93 Patienten.Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Die Zahl der versorgten Patienten war auch niedrig. Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.