Löschradar Januar 2020: Löschungen und Insolvenzen

Auch im Januar mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 73 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Über die Hälfte der Schließungen entfällt dabei auf dem ambulanten Bereich (63 Prozent) – 46 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 12 Pflegeheime und 15 Tagespflegen.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 753 Pflegebetten und 254 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 1.844 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Baden-Württemberg hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 305 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Hessen (276) und Nordrhein-Westfalen (273) hinnehmen. Auch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben vielen Kunden verloren (271 und 176). Die meisten Betten verliert indes Nordrhein-Westfalen (394). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Bayern (69) und Sachsen (57).

Löschradar Grafik Januar 2020

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 17 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 234,24   Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 63 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 367,32 Euro unter dem Bundesschnitt von 1.902,32 Euro lagen. Auch die MDK-Noten dieser Einrichtungen (1,4) war schlechter als der Bundesschnitt von 1,2.  

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,7 auf und waren auch schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 40 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 93 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Anzahl von Plätzen und patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.