Löschradar März 2020

Auch im März mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 68 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal entfallen fast drei Viertel der Schließungen dabei auf dem ambulanten Bereich (75 Prozent) – 51 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 5 Pflegeheime und 12 Tagespflegen.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 237 Pflegebetten und 108 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 2.049 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 721 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Sachsen (252) und Niedersachsen (190) hinnehmen. Auch haben Hessen und Berlin viele Kunden verloren (169 und 144). Die meisten Betten verliert indes Sachsen-Anhalt (65). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft vor allem Mecklenburg-Vorpommern (24) und Brandenburg (18).

Löschradar Grafik März 2020

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 9 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 311,63   Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 47 Betten vor allem Pflegeheime, deren MDK-Benotung (1,46) schlechter  als der Bundesschnitt war (1,2). 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,8 auf und waren daher ebenfalls deutlich schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 40 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 93 Patienten.Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Anzahl von Plätzen und Patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.