Marktübersicht Wiedereingliederungshilfe

Der Bereich der Wiedereingliederungshilfe ist ein komplexes Themenfeld, welches sich in vielerlei Hinsicht noch einmal von den ebenso professionalisierten Bereichen Gesundheit und Pflege unterscheidet, wenngleich die Wiedereingliederung auch stets in interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgt. Im folgenden Artikel soll Ihnen, werter Leser, ein erster kurzer Überblick über den Markt der Wiedereingliederungshilfe geboten werden. Als Datengrundlage wurden hierbei zum einen amtliche Daten und Statistiken herangezogen als auch die hauseigenen Datenbanken für die Analyse bemüht.

Die Schwierigkeit bei der Analyse zeigt sich dabei bereits in der Fragmentierung des Marktes, welcher sich regional als sehr unterschiedlich erweist, da keine bundesweit einheitliche Regelung wie im SGB 11 vorhanden ist. Bis 2019 war die Eingliederungshilfe noch eine Sozialleistung nach dem SGB XII. 2020 sollen Bestimmungen zur Eingliederungshilfe vollständig in den Kontext des SGB IX überführt worden sein, da Menschen mit Behinderungen nicht mehr als „Sozialfälle“ betrachtet werden sollen, mit denen sich das SGB XII im Allgemeinen befasst.

Ausgaben von 19,7 Milliarden Euro

Eine Übersicht über die Neugründungen im Pflegemarkt über das Jahr 2019

Da die Eingliederungshilfe darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern, ist sie von großer sozialpolitischer Bedeutung. Auch ihr finanzielles Gewicht ist für Land und Kommunen beträchtlich. Im Jahre 2017 entfielen auf die Eingliederungshilfe, laut Angaben des Bundes, Nettoausgaben im Umfang von 18,8 Mrd. €, für 2018 stiegen die Ausgaben auf 19,7 Mrd. € bundesweit. Davon waren im Jahr 2018 allein 5,2 Mrd. Euro für Leistungen zur Beschäftigung. Die Nettoausgaben für Sozialhilfeleistungen nach dem Dritten bis Neunten Kapitel SGB XII betrugen im Jahr 2017 insgesamt 29,7 Milliarden Euro (+2,9 %) inklusive Grundsicherung.

Besondere Aufmerksamkeit muss hierbei auf die „Kommunalen Sozialausgaben“ gelegt werden, worunter finanzstatistisch die Aufgaben des Produktbereichs 3 „Jugend und Soziales“ verbucht werden. Diese Aufgaben basieren bundesrechtlich auf dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende), SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) und SGB XII (Sozialhilfe).

Die gesetzlich geregelten Leistungen werden im ambulanten und (teil)stationären Bereich überwiegend durch Betriebe der freien Wohlfahrtspflege erbracht. Hierfür müssen das Land und die Kommunen im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit Vereinbarungen mit den Leistungsträgern bzw. Leistungserbringern abschließen. Auf diese Weise erfüllen die Organisationen und Betriebe der Eingliederungshilfe eine wichtige gesetzliche und gesellschaftliche Aufgabe, die hohe Anerkennung verdient.

Empfänger von Leistungen nach SGB XII - Eingliederung und Wiedereingliederung

Branchenübersicht Wiedereingliederung und Eingliederungshilfe

Die Branche der privaten Dienstleister für die Wiedereingliederung besteht hauptsächlich aus rund 2.000 Unternehmen, welche im Schnitt einen Jahresgewinn von etwas mehr als zwei Millionen Euro erwirtschaften. Der größte Teil der in der Eingliederungshilfe beschäftigten Unternehmen ist dabei als GmbH firmiert (83 Prozent).

Die Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen umfassen Leistungen aus vier Leistungsgruppen der Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe. Dazu zählen auch die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, welche seit Anfang 2020 dem SGB IX, Teil 2, Kapitel 3 zugeordnet werden. Diese umfassen Kuren, Reha-Sport, Früherkennung, Heilmittel und Therapien.


Auch die Teilhabe am Arbeitsleben (SGB IX, Teil 2, Kapitel 4) für die Leistungen zur Beschäftigung zählt zu den Angeboten der Eingliederungshilfe und gilt sowohl für Leistungen im Arbeitsbereich anerkannter Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) als auch Leistungen bei anderen Leistungsanbietern und Leistungen bei privaten und öffentlichen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern (Budget für Arbeit).


Die dritte Leistungsgruppe bezieht sich auf die Teilhabe an Bildung, beispielsweise auf angemessene Schul- oder Berufsausbildung für behinderte Kinder und junge Menschen in stationären Einrichtungen, oder behinderungsbedingt notwendige Leistungen zur Hochschulausbildung, wie z. B. Studienassistenz oder technische Hilfsmittel.


Die vierte und letzte Leistungsgruppe der Eingliederungshilfe bezieht sich auf die Möglichkeit zur sozialen Teilhabe und umfasst Leistungen für Wohnraum, Assistenzleistungen, heilpädagogische Leistungen, Hilfen zum Erwerb und Erhalt praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten (Fördergruppen, Schulungen), Leistungen zur Förderung der Verständigung (beispielsweise Übernahme der Kosten für Gebärdendolmetschdienste), Leistungen zur Mobilität und Hilfsmittel sowie Besuchsbeihilfen.

Die Leistungen der Eingliederungshilfe können ab dem 1.1.2020 gemäß § 105 SGB IX in verschiedenen Formen erbracht werden, nämlich als

  • Dienstleistung (Beratung und Unterstützung durch den Träger der Eingliederungshilfe),
  • Sachleistung,
  • pauschale Geldleistung (z. B. für Assistenzleistungen, zur Förderung der Verständigung oder für Leistungen zur Mobilität) oder als persönliches Budget

Neben der „klassischen“ Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderung gibt es noch weitere Einsatzgebiete der Eingliederungshilfe. Die Leistungen der Eingliederungshilfe (EGH) für Menschen mit Suchterkrankungen oder auch Opfer von Gewalt erhalten somit auch Personen, „die durch eine Behinderung […] wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind“ (SGB XII, § 53). Diese Leistungen werden nach § 54 SGB XII nachrangig zu Rehabilitationsmaßnahmen der Kranken-, Renten- und Unfallversicherung (als den vorrangig verpflichteten Kostenträgern) gewährt.

Die besondere Aufgabe oder Zielsetzung der Eingliederungshilfe besteht darin, „den behinderten Menschen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen“ (SGB XII, § 53) und dabei „möglichst viel Raum zu eigenverantwortlicher Gestaltung ihrer Lebensumstände“ zu lassen und Selbstbestimmung zu fördern (SGB IX, § 9, Abs. 3). Das zeigt sich an Kriterien wie finanzielle Unabhängigkeit, eigener Wohnraum, Fähigkeit zur Selbstversorgung und Nachgehen einer Beschäftigung. Bei Klientinnen und Klienten mit multiplen und chronischen Problemlagen, die sich häufig in Maßnahmen der Eingliederungshilfe befinden, nachdem vorrangige Kostenträger ausgeschieden sind, ist die Erreichung dieser Ziele allerdings nicht in einem Schritt, sondern nur koordiniert in der Versorgungskette möglich.

(Quellen: Eingliederungshilfe für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen – Hamburger Studie evaluiert Wirksamkeit der EGH Sucht; von Dr. Peter Degkwitz und Dr. Uwe Verthein, 2017 | Umsetzungsbegleitung BundesteilhabegesetzStatistisches Bundesamt)


Liste der Unternehmen für Wiedereingliederung

1000€ einmalig | zzgl. USt.
    • Unternehmensprofile mit Namen und DSGVO konformen Kontaktdaten
    • Name & Ort der Standorte
    • Aufbereitet im Excel-Format