Löschradar Mai 2020

Auch im Mai mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 42 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Die Hälfte der Schließungen entfällt dabei auf dem ambulanten Bereich (50 Prozent) – 21 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 13 Pflegeheime und 8 Tagespflegen.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 341 Pflegebetten und 67 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 1.167 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Niedersachsen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 258 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Nordrhein-Westfalen (188) und sowohl Hessen (171), als auch Thüringen (171) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Baden-Württemberg (147) und Hamburg (138). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Brandenburg (25) und Nordrhein-Westfalen (22).

Löschradar Grafik Mai 2020

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 8 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 259,29   Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 26 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.269,84 Euro über dem Bundesschnitt von 1.902,32 Euro lagen. Die durchschnittliche MDK Benotung der Einrichtungen (1,2) liegt dabei auf Höhe des Bundesschnitts (1,2). 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,4 auf und waren damit schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 56 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 93 Patienten.Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Anzahl von Plätzen und Patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.