Löschradar August 2020: Löschungen und Insolvenzen

Auch im August mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 31 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal entfällt etwas mehr als die Hälfte der Schließungen auf den ambulanten Bereich (58 Prozent) – 18 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 9 Pflegeheime und 4 Tagespflegen.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 474 Pflegebetten und 63 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 1.077 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 454 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Niedersachsen (189) und sowohl Bayern (102), als auch Sachsen-Anhalt (101) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Nordrhein-Westfalen (138) und Schleswig-Holstein (111). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Bayern (20) Hessen (18) und Sachsen (15).

Löschradar Grafik August 2020

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 16 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 167,81   Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 53 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.840,46 Euro über dem Bundesschnitt von 2.914,34 Euro lagen. Die MDK Noten dieser Einrichtungen (1,28) war schlechter als der Bundesschnitt – 1,2. 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,74 auf und waren damit ebenfalls deutlich schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 60 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 110 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Anzahl von Plätzen und Patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.