Löschradar September 2020: Löschungen und Insolvenzen

Auch im September mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 43 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Auch diesmal entfällt mehr als die Hälfte der Schließungen dabei auf dem ambulanten Bereich (74 Prozent) – 32 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 7 Pflegeheime und 4 Tagespflegen.

Löschradar Grafik September 2020

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 286 Pflegebetten und 72 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 1.575 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Niedersachsen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 403 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Nordrhein-Westfalen (341) und sowohl Bayern (238), als auch Sachsen-Anhalt (157) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Bayern (150) und Hamburg (57). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Berlin (26), Niedersachsen (25) und Brandenburg (16).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 18 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 183,94   Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 41 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.782,03 Euro unter dem Bundesschnitt von 2.929,19 Euro lagen. Die MDK Benotungen dieser Einrichtungen (1,41) waren schlechter  als der Bundesschnitt (1,2). 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,62 auf und waren somit ebenfalls schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 49 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 111 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Anzahl von Plätzen und Patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.