Löschradar Oktober 2020: Löschungen und Insolvenzen

Auch im Oktober mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 49 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Auch diesen Monat betrifft der größte Teil der Schließungen den ambulanten Bereich (71 Prozent) – 35 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 9 Pflegeheime und 5 Tagespflegen.

Löschradar Grafik Oktober 2020

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 429 Pflegebetten und 53 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 1.253 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 390 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Bayern (182) und sowohl Thüringen (117), als auch Saarland (112) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Sachsen (106) und Hessen (102). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Nordrhein-Westfalen (28) und Bayern (25).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 11 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 159,93 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 48 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.929,26 Euro größtenteils dem Bundesschnitt von 2.929,23 Euro entsprachen. Die MDK-Benotungen dieser Einrichtungen (1,4) war schlechter Bundesschnitt als der Bundesschnitt (1,2). 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,86 auf und lagen damit ebenfalls deutlich schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 36 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 111 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Anzahl von Plätzen und Patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.