Die Top 25 Frauen in der Pflege 2020

Neben der Liste der Top 40 unter 40, veröffentlicht die Redaktion auch im Jahr 2020 eine Liste der einflussreichsten Frauen in der Pflege. Diese Liste soll nicht nur als Fingerzeig für die Branche im Allgemeinen dienen, sondern vor allen Dingen auch die Aufmerksamkeit auf große weibliche Persönlichkeiten in diesem wichtigen Markt lenken.

Schließlich ist die Pflege noch immer ein weiblich dominierter Berufszweig, wie zuletzt die Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 2020 bewiesen: Demnach sind etwa 83 Prozent der Beschäftigten im Sektor der Altenpflege Frauen; in der Krankenpflege sind es immerhin noch 80 Prozent. Zum Vergleich: Auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind insgesamt nur 46 Prozent aller Beschäftigten weiblich. Während überwiegend Frauen als Pflegekräfte arbeiten, sieht die Frauenquote in den geschäftsführenden Positionen nicht ganz so eindeutig aus. Laut den von pflegemarkt.com erhobenen Daten, befand sich im Jahr 2020 bei rund 48 Prozent aller Unternehmen in der Pflegebranche mindestens eine Frau in der Geschäftsführung. 20 Prozent aller untersuchten Unternehmen wurden ausschließlich von Frauen geleitet. Untersucht wurden über 2.000 Firmen und deren eingetragene Geschäftsführer.

Liste der Top 25 Frauen in der Pflege 2020

Fünf der einflussreichsten Frauen in der Pflege rekrutieren sich in diesem Jahr aus dem Ranking der Top 30 Pflegeheimbetreiber.

Eine Managerin ist in diesem Jahr besonders in Erscheinung getreten, Ursula Brüggemann. Die neue CEO von DOREA, einem der größten Pflegeheimbetreiber des Landes mit besonderer Strahlkraft.

Frau Brüggemann verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im deutschen Gesundheitsmarkt. Zuletzt war sie Miteigentümerin und Geschäftsführerin verschiedener stationärer Gesundheitseinrichtungen, sowie Beiratsmitglied eines großen stationären Pflegeheimbetreibers. „Mit Ursula Brüggemann gewinnen wir eine erfahrene und fähige Unternehmerpersönlichkeit mit umfangreicher Expertise im Pflegemarkt. Wir freuen uns darauf, die DOREA FAMILIE gemeinsam mit ihr kontinuierlich weiterzuentwickeln“, kommentiert Philippe Tapié (CEO, Groupe Maisons de Famille).

„Die DOREA FAMILIE hat sich durch Wachstum als eine führende Gruppe im deutschen Pflegemarkt etabliert. In den kommenden Monaten und Jahren werden wir unseren Fokus verstärkt auf das Wohl unserer Bewohnerinnen und Bewohner, sowie unserer Mitarbeiter innen und Mitarbeiter legen. Dies wollen wir unter anderem durch eine umfassende Unternehmenstransformation erreichen. Ich freue mich, gemeinsam mit Stephan Demmerle und Oliver Beck und dem gesamten Team diesen Weg zu gehen“, so Ursula Brüggemann.

Neben Frau Brüggemann haben weitere weibliche Führungskräfte Einzug in die diesjährige Liste gehalten, die jedoch – gerade in Bezug auf die anderen Listen in dieser Ausgabe – nicht als Ranking zu sehen ist. Ebenso wie die Liste der Top 40 unter 40 stehen die vorgestellten Persönlichkeiten in keinem Wettbewerb untereinander, sondern sollen ihnen eine Bühne geben, damit die Pflege auch in der öffentlichen Wahrnehmung den positiven Stellenwert erhält, den sie und die vielen engagierten Menschen verdienen.

Für den Bereich Forschung gehört in diesem Jahr unter anderem Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik zu den Top 25 Frauen. Sie ist Vorsitzende der Ethikkommission Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft und wurde für ihr Engagement in Forschung und Berufsverbänden bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ihre fachlichen Schwerpunkte sind verbunden mit den Stichworten: Entwicklung von Pflegewissenschaft und Pflegeforschung in Deutschland, Erfassung und Operationalisierung von Pflegebedürftigkeit, Pflegediagnostik, diagnostische Entscheidung, Epidemiologie von Pflegebedürftigkeit, Entwicklung von Instrumenten zur Messung von Pflegephänomenen und Pflegequalität, und Versorgung von Menschen mit Demenz.

Ebenfalls im Bereich Forschung findet sich Prof. Dr. Uta Gaidys wieder, die als Departmentleitung und Professorin für Pflegewissenschaft an der HAW Hamburg lehrt. Ihre Lehrgebiete sind dabei Ethik in der Gesundheitsversorgung, Wissenschaftsbasierung von Pflege- und Gesundheitsfachberufen, Forschung in der Pflege und Gesundheit, Professionalisierung von Pflege- und Gesundheitsfachberufen, sowie chronische Erkrankungen.

„Pflege bedeutet für mich, andere Menschen in ihrem Leben, in schwierigen und krisenhaften, aber auch in frohen und glücklichen Situationen begleiten zu dürfen und unterstützen zu können. Pflegende sind in der Lage einen Unterschied zu machen im Lebensalltag von Menschen. Es macht mich stolz als Pflegewissenschaftlerin junge Menschen auszubilden, die in diesem Beruf hochprofessionell agieren, die wissenschaftliche Erkenntnisse für die pflegerische Versorgung von konkreten Menschen in konkreten Situationen anwenden und die jeden einzelnen Menschen als Individuum mit spezifischen Pflegebedürfnissen ansehen können. Noch bessere und weitere Erkenntnisse für die Versorgung und den Versorgungsprozess von pflegebedürftigen Menschen zu gewinnen, ist ein Ziel unserer Forschungsarbeit in und für die Pflege.

Ich wünsche mir, dass Pflegende sich in der Zukunft weiter professionell vernetzen, ihre Stimme stärken und selbstbewusst ihre Kraft auf allen Ebenen der Gesundheitsversorgung zeigen“, so Uta Gaidys.

Auch Prof. Dr. Martina Hasseler, Professorin für Klinische Pflege an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft stellte uns ein Zitat zur Verfügung: „Eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung wird nur mit Pflegefachpersonen gelingen. Bislang wurde die Ressource fachliche Pflege in der Betrachtung von Lebensqualität, Gesundheitsergebnissen, Qualität und Wirtschaftlichkeit vernachlässigt. Wir benötigen ein empirisch gut fundiertes Skills-Grade-Mix-Konzept, damit Pflegebedürftige und Patienten:innen gut versorgt werden. Dieses Thema gilt es in Zukunft ernsthaft zu betrachten, wenn uns an einer guten pflegerischen Versorgung gelegen ist“.

Neben dem Bereich Forschung speist sich die Liste auch aus Frauen in der Industrie – mit Meike Rahm, der Geschäftsführerin der Rahm Zentrum für Gesundheit GmbH findet sich auch eine der Top 15 Sanitätshäuser in dieser Liste wieder, welche wir Ihnen in der letzten Ausgabe der „Am Puls der Pflege“ vorgestellt haben. Auch mit Bianca Weber, der Leitung für Software & Orthetik bei der Firma Mercuris findet sich ein alter Bekannter wieder – gehörte Mercuris doch bereits zu den Top 15 Start-Ups in der Pflege. Im Segment der Politik finden sich vor allem Ministerinnen der verschiedenen Gesundheitsministerien der Länder in unserer Liste wieder. Mit Prof. Dr. Claudia Schmidtke ist jedoch auch die Patientenbeauftragte der Bundesregierung erwähnt, die sich ebenfalls zitieren lässt:

(Bildcredit: Jan Kopetzky)

„Pflege funktioniert am besten im Team – gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten, mit den anderen Heilberufen, natürlich auch untereinander. In diesem Team aber muss sich Pflege zurücklehnen können: dem mit der Politik. Sie muss dafür sorgen, dass Pflege die Beachtung erfährt, die ihr zusteht – nicht nur in Krisenzeiten. Nach der Konzertierten Aktion Pflege müssen wir den Weg dorthin mit der Pflegereform 2021 fortsetzen, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege weiter zu verbessern – durch zusätzliches Personal, eine bessere Bezahlung und mehr pflegerische Verantwortung.“

(Bildcredit: Jan Kopetzky)


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