Löschradar November 2020: Löschungen und Insolvenzen

Auch im November mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 25 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal entfällt mehr als die Hälfte der Schließungen dabei auf dem ambulanten Bereich (72 Prozent) – 18 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 7 Pflegeheime. Im November schloss keine Tagespflege.

Löschradar Grafik November 2020

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 423 Pflegebetten verloren. Zudem müssen sich 1.084 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 381 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Hessen (133) und sowohl Schleswig-Holstein (126), als auch Hamburg (123) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Nordrhein-Westfalen (231) und Baden-Württemberg (192).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 60 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.880,70 Euro unter dem Bundesschnitt von 2.940,59 Euro lagen. Die MDK von diesen Einrichtungen (1,5) war schlechter (Bundesschnitt – 1,2).

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,55 auf und waren damit schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 60 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 111 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Die Anzahl der versorgten Plätze und Patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.


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