Löschradar Februar 2021: Löschungen und Insolvenzen

Auch im Februar mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 19 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Auch in diesem Monat entfiel mehr als die Hälfte aller Schließungen dabei auf den ambulanten Bereich (63 Prozent) – 12 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich wurde 3 Tagespflege und 4 Pflegeheim geschlossen.

Löschradar Grafik Februar 2021

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 48 Pflegebetten verloren. Zudem müssen sich 728 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Bayern hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 333 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Niedersachsen (202) und Nordrhein-Westfalen (86) hinnehmen. Die meisten vollstationären Betten verlieren indes Nordrhein-Westfalen (117) und Niedersachsen (59).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf: Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 12 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 284,22 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 48 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.844,03 Euro unter dem Bundesschnitt von 2.967,41 Euro lagen. Die MDK-Benotungen dieser Einrichtungen (1,45) war schlechter als der Bundesschnitt (1,2). 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 2,14 auf und zeigten sich somit ebenfalls als deutlich schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 60 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 110 Patienten.Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Die Bewertung und die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Anzahl von Plätzen und Patienten war auch sehr niedrig.  Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.