Löschradar April 2022: Löschungen und Insolvenzen

Auch im April mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 48 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal entfiel mehr als die Hälfte der Schließungen auf den ambulanten Bereich (75 Prozent) – 36 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 8 Pflegeheime und 4 Tagespflege.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 365 Pflegebetten verloren

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 365 Pflegebetten und 37 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 2.020 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 674 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Bayern (232), Hessen (223) und Baden-Württemberg (163) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Niedersachsen (110) und Baden-Württemberg (69). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Bayern (30), Hessen (5) und Baden-Württemberg (2).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf Im Schnitt verfügten die geschlossenen Tagespflege über 9 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 187,32   Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 46 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.441,09 Euro unter dem Bundesschnitt von 2.128,59 Euro lagen. Die MDK-Benotungen dieser Einrichtungen (1,4) war schlechter als der Bundesschnitt – 1,2. 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,8 auf und sind damit ebenfalls schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 56 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 114 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Anzahl von Plätzen und Patienten war sehr niedrig.  Die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Die Bewertung von Pflegediensten war schlechter als Bundesschnitt. Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.


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