Löschradar Juni 2022: Löschungen und Insolvenzen

Auch im Juni mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 27 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal entfiel mehr als die Hälfte der Schließungen auf den ambulanten Bereich (67 Prozent) – 18 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 8 Pflegeheime und 1 Tagespflege.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 436 Pflegebetten verloren

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 436 Pflegebetten und 14 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 695 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Schleswig-Holstein hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 196 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Niedersachsen (180), Bayern (122) und Rheinland-Pfalz (71) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Bayern (272) und Baden-Württemberg (113). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Nordrhein-Westfalen (14).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf. Die geschlossene Tagespflege verfügte über 14 Plätze. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 55 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.891,60 Euro über dem Bundesschnitt von 2.128,59 Euro lagen. Die MDK von diesen Einrichtungen (1,5) war schlechter als der Bundesschnitt – 1,2. 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,5 auf und sind damit über dem Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 39 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 114 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Anzahl von Plätzen und Patienten war sehr niedrig.  Die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Die Bewertung von Pflegediensten war schlechter als Bundesschnitt. Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.


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