Löschradar Juli 2022: Löschungen und Insolvenzen

Auch im Juli mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 53 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Auch in diesem Monat entfielen mehr als die Hälfte der Schließungen auf den ambulanten Bereich (81 Prozent) – 43 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 9 Pflegeheime und 1 Tagespflege.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 448 Pflegebetten und 30 Tagespflegeplätze verloren.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 448 Pflegebetten und 30 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 2.131 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 496 Kunden. Geringere Defizite mussten Hessen (399), Bayern (277) und Niedersachsen (176) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Baden-Württemberg (268) und Hessen (72). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Baden-Württemberg (30).

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf. Die geschlossene Tagespflege verfügte über 30 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 1.000,80   Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 50 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.744,84 Euro über dem Bundesschnitt von 2.289,58 Euro lagen.

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,7 auf und sind damit schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 50 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 115 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Anzahl von Plätzen und Patienten war sehr niedrig.  Die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Die Bewertung von Pflegediensten war schlechter als Bundesschnitt. Alle diese Faktoren können also dazu beitragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.


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