Löschradar August 2022: Löschungen und Insolvenzen

Auch im August mussten einige Pflegeeinrichtungen und -dienste ihre Pforten schließen. Insgesamt verzeichnet der Löschradar von pflegemarkt.com 67 Löschungen und Insolvenzen im vergangenen Monat. Diesmal entfiel mehr als Hälfte von Schließungen auf den ambulanten Bereich (76 Prozent) – 51 Pflegedienste haben ihren Dienst eingestellt. Zusätzlich schlossen 15 Pflegeheime und 1 Tagespflege.

Insgesamt gehen der deutschen Pflegelandschaft mit den Schließungen aus dem vergangenen Monat 668 Pflegebetten und 2 Tagespflegeplätze verloren. Zudem müssen sich 2.948 Kunden ambulanter Dienste nach einem neuen Pflegedienst umsehen. Den größten Verlust an Pflegedienstkapazitäten muss dabei Bayern hinnehmen. Hier versorgten die nunmehr geschlossenen Pflegedienste 818 Kunden. Weitaus geringere Defizite mussten Nordrhein-Westfalen (655), Hamburg (357) und Thüringen (175) hinnehmen. Die meisten Betten verlieren indes Niedersachsen (256) und Baden-Württemberg (173). Der Verlust an Tagespflegeplätzen betrifft Baden-Württemberg (2).

Löschradar August 2022: Löschungen und Insolvenzen

Bei genauerer Betrachtung der geschlossenen und insolventen Standorte und Unternehmen fällt folgendes auf. Die geschlossene Tagespflege verfügte über 2 Plätze und Durchschnittskosten in Höhe von 967,35 Euro. Die geschlossenen und insolventen Pflegeheime waren mit durchschnittlich 45 Betten vor allem Pflegeheime, deren Durchschnittskosten von 2.915,20 Euro über dem Bundesschnitt von 2.289,58 Euro lagen. Die MDK von diesen Einrichtungen (1,5) war schlechter als der Bundesschnitt – 1,2. 

Die insolventen und geschlossenen Pflegedienste wiesen indes einen MDK-Schnitt von 1,5 auf und sind damit ebenfalls schlechter als der Bundesschnitt von 1,3. Im Schnitt versorgten die Pflegedienste 58 Patienten, während der Bundesschnitt hier wesentlich höher liegt: bei 116 Patienten.

Betrachtet man alle geschlossenen und insolventen Dienstleister fällt ins Auge, dass sie im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld eher schlecht aufgestellt waren. Anzahl von Plätzen und Patienten war sehr niedrig.  Die Kosten der Einrichtungen lagen meist unter dem Bundesschnitt. Die Bewertung von Pflegediensten war schlechter als Bundesschnitt. Alle diese Faktoren können also dazu beigetragen haben, dass sich die Dienste nicht länger am Markt behaupten konnten.


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