Letztes Update: 31.08.2026

 

Aktuell gibt es in Deutschland rund 5.061 Wohngruppen, in denen etwa 49.178 Plätze zur Pflege Angeboten werden. Damit werden in einer Pflege-Wohngruppe durchschnittlich 10 Plätze angeboten. Der Bereich der Wohngruppen ist dabei dreigeteilt – 24,3 Prozent aller Wohngruppenstandorte bieten Angebote in der Intensivpflege, an 32,1 Prozent aller Standorte haben indes einen Fokus auf die Demenzpflege. Die restlichen 43,5 Prozent haben sich auf andere Pflegearten spezialisiert, oder sind klassische Senioren-Wohngruppen ohne weitere Spezialisierung.

Inhaltsverzeichnis:


Definition Wohngruppe

In dieser Analyse werden vor allen Dingen die trägerinitiierten Wohngruppen analysiert, welche zur teilstationären Pflege gehören. Die größten Betreiber in diesem Segment legen ihren Fokus dabei vor allem auf die Spezialisierung der Intensivpflege.

Die Pflege-Wohngemeinschaften sind dabei vom betreuten Wohnen abzugrenzen. In Wohngruppen nehmen mehrere Bewohner einer Wohngemeinschaft gemeinschaftliche Leistungen von ambulanten Pflegediensten oder Einzelpflegekräften in Anspruch. Anders als im Betreuten Wohnen teilen sich die BewohnerInnen eine Wohneinheit und zugehörige Gemeinschaftsflächen. Insgesamt zeigt sich im Bereich der ambulanten Wohngruppen ein sehr deutliches Standortwachstum. Waren Ende 2019 noch rund 2.350 Wohngruppen aktiv, konnten Ende 2020 bereits 3.000 Wohngruppen in der Datenbank verzeichnet werden. Zudem befinden sich zum Zeitpunkt dieser Analyse, im August 2026 rund 351 weitere Wohngruppen bereits in der Bau- oder in der Planungsphase.

Wohngruppen vor allem in privater Hand

Im Gegensatz zur vollstationären Pflege ist das Segment der Wohngruppen vor allem Dingen von privaten Betreibern initiiert. Insgesamt werden rund 70 Prozent aller Wohngruppen von privaten Trägern betrieben – gemeinnützige Anbieter stellen etwa 29 Prozent aller Wohngruppen. Kommunale Anbieter fallen kaum ins Gewicht. Diese klare Gewichtung liegt nicht zuletzt an dem Fokus vieler privater Betreiber auf den Bereich der außerklinischen Intensivpflege, die nicht zuletzt immerhin rund ein Drittel des Marktes ausmacht – gemeinnützige Anbieter sind im Bereich der außerklinischen Intensivpflege kaum vertreten.

Pflegewohngruppen nach Bundesländern

Wenngleich auch die starke Positionierung privater Betreiber in beinahe durchgehend allen Bundesländern zu verzeichnen ist, gibt es doch einige wenige Ausnahmen – so teilen sich in Baden-Württemberg, Hessen und Bremen private und gemeinnützige Träger den Betrieb von Wohngruppen beinahe gleichmäßig. Im Saarland befinden sich sogar 88 Prozent der Standorte in privater Trägerschaft, in Sachsen sind es 86 ProzentIn Hamburg hingegen dominieren mit 61 Prozent die gemeinnützigen Betreiber den Markt der Wohngruppen. 

Gemeinnützige Betreiber vor allem in Großstädten vertreten

Zudem ist die Verteilung der Trägerart im Segment der Wohngruppen auch vom Stadttyp und der Umgebung abhängig – stellen in Landgemeinden (unter 5.000 Einwohner) und Dörfern (5.000 – 10.000 Einwohner) die privaten Anbieter noch mehr als 70 bzw. 68 Prozent der dortigen Wohngruppen, nimmt die Verteilung mit steigender Einwohnerzahl zu Gunsten der gemeinnützigen Betreiber zu. Jedoch dominieren die privaten Betreiber mit 67 Prozent auch die Wohngruppen in den Großstädten, anders als beispielsweise in den Sektoren Tagespflege und Pflegeheime.

Wohngruppen nach Stadttypen
Anzahl Wohngruppen in den Bundesländern
und Verteilung nach Träger
Bundesland (Kürzel)Gesamtgemeinnützig (%)kommunal (%)privat (%)
Nordrhein-Westfalen (NW)1.37934%1%66%
Berlin (BE)56920%0%79%
Niedersachsen (NI)48729%1%70%
Bayern (BY)48723%2%76%
Baden-Württemberg (BW)37046%4%50%
Brandenburg (BB)36524%3%73%
Sachsen (SN)26612%1%86%
Thüringen (TH)25635%65%
Mecklenburg-Vorpommern (MV)19920%80%
Rheinland-Pfalz (RP)17727%73%
Schleswig-Holstein (SH)14532%68%
Sachsen-Anhalt (ST)13913%4%83%
Hessen (HE)10144%2%54%
Hamburg (HH)6261%39%
Bremen (HB)3447%53%
Saarland (SL)2512%88%
Quelle: pflegemarkt.com

Auch mit Blick auf die im Bau und in Planung befindlichen Wohngruppen zeigen sich private Anbieter weiterhin als tonangebend – 68 Prozent aller aktuell entstehenden Wohngruppen sollen später von privaten Betreibern betrieben werden. Nur 24 Prozent aller Wohngruppen sind für gemeinnützige Betreiber vorgesehen – die restlichen 8 Prozent der Wohngruppen liegen in kommunaler Hand.