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  • Update 04.08.2023: Insolvenzverfahren der AWO -Kreisverband Tirschenreuth eröffnet
  • 11.04.2023: AWO Kreisverband Tirschenreuth meldet Insolvenz an
  • Insolvenzverfahren der AWO -Kreisverband Tirschenreuth eröffnet 

    Im April dieses Jahres hatte der AWO-Kreisverband Tirschenreuth ein Insolvenzverfahren beim zuständigen Amtsgericht in Weiden beantragt. Wie das Oberpfalz Echo am 14.07.2023 berichtete, wurde dieses zum 1. Juli eröffnet.

    Der AWO-Kreisverband Tirschenreuth betreibt unter anderem einen ambulanten Pflegedienst und betreutes Wohnen in den Waldsassen, Plößberg und Mitterteich. Damit stellt der Kreisverband die Hälfte aller betreuter Wohnen im Landkreis Tirschenreuth. Der ambulante Pflegedienst versorgt aktuell 329 pflegebedürftige Menschen.

    Ende März zog der Vorsitzende des Arbeiterwohlfahrt-Kreisverbands, Edwin Ulrich, die Reißleine und beantragte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren. Hauptgrund für die drohende Zahlungsunfähigkeit waren damals gestiegene Personalkosten seit Herbst vergangenen Jahres.

    Wie geht\’s nun weiter? Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Juli vom Amtsgericht Weiden eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde Florian Schott von der Kanzlei SDK Schott Dobmeier Kießlich aus Altenstadt/WN eingesetzt. Der Rechtsanwalt war auch schon als vorläufiger Insolvenzverwalter mit der Sachlage vertraut. Sozusagen einen ersten Schritt hin zu einer schwarzen Null machten Ulrich und Mitterteichs Bürgermeister Stefan Grillmeier vor wenigen Tagen.

    Für die Beteiligten der AWO ändere sich laut Florian Schott im täglichen Betrieb im Grunde nichts. „Die circa 300 Patienten werden weiterhin von den ambulanten Pflegekräften versorgt, die AWO-Läden bleiben geöffnet und die Beratungsstellen besetzt.“ Auch der Lohn der circa 90 Beschäftigten sei weiter gewährleistet. In den vergangenen drei Monaten gab es Insolvenzausfallgeld, was in der Regel dem Nettolohn entspreche. Ab Juli muss der Kreisverband seine Leute wieder selbst bezahlen. Schott: „Das ist auch möglich, weil die AWO inzwischen kostendeckend arbeitet.“

    Weitere Sparmaßnahmen: Bereits Ende vergangenen Jahres hat die AWO ihren Service „Essen auf Rädern“ eingestellt und seit kurzem bietet man auch keine Hausmeisterdienste mehr an. Dringend überprüft werden müssten laut Insolvenzverwalter die Sozialdienste im Betreuten Wohnen in Mitterteich, Waldsassen und Plößberg. „Hier scheint mir die bisherige Pauschale viel zu gering.“

    Befragt zur Zukunft der AWO sind sowohl Ulrich als aus Schott zuversichtlich. Der Insolvenzverwalter deshalb, weil die Organisation durch die Einsparungen mittlerweile auf einem guten Weg sei und Ulrich, weil er auf den Fleiß seiner Mitarbeiter setzt. „Das ist der Geist, der fast allen AWO-Leuten innewohnt.“

    (Quelle: Oberpfalz Echo)

    AWO Kreisverband Tirschenreuth meldet Insolvenz an

    Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Tirschenreuth hat am 31.03.2023 beim Amtsgericht Weiden einen Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte Insolvenzverwalter Florian Schott von der Kanzlei Schott Dobmeier Kießlich Rechtsanwälte & Insolvenzverwalter dem Bayerischen Rundfunk. Grund für die drohende Zahlungsunfähigkeit seien die gestiegenen Personalkosten seit Herbst 2022. Im Herbst waren die Gehälter der Pflegekräfte gestiegen, weil sie sich an einem Tarifvertrag orientieren mussten. Die Erhöhung des Mindestlohns, aber auch die explodierenden Energiekosten trafen den Verein hart. Das defizitäre Angebot „Essen auf Rädern“ wurde bereits im Dezember 2022 eingestellt.

    AWO Kreisverband Tirschenreuth ist insolvent

    Der Kreisverband betreibt unter anderem Bunte Läden in Kemnath und Mitterteich, ein Mehrgenerationenhaus in Mitterteich und eine Einrichtung für betreutes Wohnen in Plößberg. Wie viele der zahlreichen AWO-Einrichtungen betroffen sind, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass die Mitterteicher Tafel mit ihren Ausgabestellen in Mitterteich, Erbendorf und Kemnath nicht von der Insolvenz betroffen ist. Die Tafel war 2007 gemeinsam vom AWO-Kreisverband und dem Rotary-Club Stiftland ins Leben gerufen worden.

    Nach Angaben des Insolvenzverwalters Florian Schott wurden die März-Gehälter bereits ausgezahlt, auch für das kommende Quartal seien die Arbeitsplätze und die Gehälter gesichert. Es liege noch keine Zahlungsunfähigkeit vor, der Insolvenzantrag sei aber ein vorausschauender Schritt gewesen, so Schott. Nach internen Berechnungen des Kreisverbandes könnte eine Zahlungsunfähigkeit in den nächsten Monaten eintreten. Schott strebt nun eine interne Sanierung oder eine „andere vernünftige Lösung“ an.

    Der AWO-Kreisverband Tirschenreuth beschäftigt derzeit rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der ambulante Pflegedienst, das Betreute Wohnen und die Beratungsstellen werden weitergeführt. Insolvenzverwalter Florian Schott verschafft sich derzeit einen Überblick und strukturiert die Arbeit.

    Bis dahin läuft der Geschäftsbetrieb der AWO Tirschenreuth normal weiter.