Große Deals in der außerklinischen Intensivpflege

Zwar ist aufgrund fehlender gesetzlicher oder allgemeingültiger Begriffsdefinitionen eine Abgrenzung der außerklinischen Intensivpflege gegen den restlichen Pflegemarkt nicht immer eindeutig möglich, dennoch entwickelte sich das Teilsegment als Nische im Pflegemarkt auch 2018 eindeutig überproportional.

Während die Gesamtzahl der Standorte ambulanter Pflegedienste im Zeitraum von 2014 bis Ende 2018 um 20 Prozent auf nunmehr 15.000 Standorte gestiegen ist, nahm die Zahl der Intensivpflegedienste im gleichen Zeitraum um über 30 Prozent zu.

Die Zahl ambulanter Intensivpflegedienste liegt derzeit bei rund 1.100 Standorten, von denen 600 bis 650 Unternehmen einen ausschließlichen oder überwiegenden Schwerpunkt auf die außerklinische Versorgung von rund 20.000 Schwerstpflegebedürftigen legen. Die Ermittlung exakter Zahlen, beispielsweise zum Marktvolumen, ist schwierig, selbst die Befragung von Krankenkassen liefert keine genaueren Ergebnisse. Dennoch steht die außerklinische Versorgung weiterhin im Fokus nationaler und internationaler Investoren. Allein im Jahr 2018 betrug das Transaktionsvolumen im Segment der Intensivpflege durch die Übernahmen großer Unternehmen ca. 800 Millionen Euro. Die Anbieter setzen zunehmend auf die gemeinsame Betreuung mehrerer Patienten in sogenannten Intensiv- oder Beatmungs-WGs oder spezialisierten stationären Konzepten. Die Zahl dieser Wohnformen liegt eigenen Recherchen zufolge aktuell bei ca. 850 Standorten im ambulanten Bereich und ca. 300 weiteren Einrichtungen innerhalb eines stationären Konzepts.

Angebot an Wohngemeinschaften in der außerklinischen Intensivpflege im Bundesländervergleich

Deutsche Fachpflege Gruppe und Deutsche Pflegegruppe mit starken Zuwächsen

Im Unterschied zum restlichen ambulanten Marktsegment erreichen die führenden Unternehmen in der Intensivpflege einen erheblichen Marktanteil. Mehr als 50 Prozent der außerklinisch versorgten Intensivpflegepatienten werden durch einen der 15 größten Anbieter versorgt. Nicht zuletzt aufgrund zahlreicher M&A-Aktivitäten im vergangenen Jahr ist ein starker Anstieg der Marktanteile der führenden Anbieter zu beobachten. Mit der Brambring und Jaschke GmbH sowie der Ambulantes Pflegeteam Marc Bennerscheidt GmbH wurden zwei Unternehmen verkauft, die bereits zu den größten Unternehmen im Markt zählten. Brambring und Jaschke gehört seit Mai zur Deutschen Fachpflege Gruppe, die mit 18 Tochterunternehmen insgesamt über 1.000 Patienten versorgt. Die Deutsche Fachpflege Gruppe befindet sich im Portfolio eines der größten US-amerikanischen Finanzinvestoren – Advent International – und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca. 200 Millionen Euro. Marc Bennerscheidt indes zählt fortan zur Deutsche Pflegegruppe GmbH, die 2018 durch die Münchner Investmentgesellschaft Bregal Unternehmerkapital erworben wurde.

opseo baut stationäre Intensivpflege aus

Mit der Übernahme der stationären Remeo Center, die zur Health-Care-Sparte der auf Gase und Prozessmittel spezialisierten Linde Gruppe gehörten, erweitert die opseo Gruppe ihr Portfolio in der stationären Intensivpflege. Bundesweit betreiben die Tochterunternehmen der opseo Gruppe mehr als 60 WG-Standorte und versorgen rund 1.000 Patienten. Der Jahresumsatz der Gruppe liegt bei rund 160 Millionen Euro; nur die Deutsche Fachpflege Gruppe generiert im ambulanten Segment mit etwa 200 Millionen Euro einen höheren Jahresumsatz.
Im Segment der Kinderintensivpflege ist die opseo Gruppe Marktführer in Deutschland. Hinter opseo steht die belgische Private-Equity-Gesellschaft Ergon Capital Partners, die das Unternehmen 2016 erworben hat.

Linimed Gruppe an GHO Capital Partners verkauft

Die Übernahme der Linimed Gruppe durch den britischen Finanzinvestor GHO im Juli dieses Jahres markiert einen weiteren Meilenstein in der Konsolidierung des Marktes. Verkäuferin ist die ebenfalls britische Vitruvian Partners, die Linimed erst 2014 erworben hatte. Linimed Gruppe versorgt über 200 Patienten, unter anderem an etwa 30 WG-Standorten, und setzt einen regionalen Schwerpunkt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Bonitas verteidigt Marktführerschaft

Das mit knapp 3.000 Versorgungen weiterhin führende Unternehmen im ambulanten Pflegemarkt ist die Bonitas Holding. Neben der klassischen ambulanten Pflege setzt die Gruppe, die zur luxemburgischen Lavorel Medicare gehört, einen Schwerpunkt in der außerklinischen Intensivpflege und versorgt ihre Patienten an über 60 Standorten.

Die aktuelle Marktentwicklung der außerklinischen Intensivpflege.

Korian steigt in die Intensivpflege ein

Der Markteintritt der Korian Gruppe – europäischer Marktführer in der stationären Pflege – in die außerklinische Intensivpflege bekräftigt die Dynamik in diesem Marktsegmente. Außer durch Investoren ist zukünftig mit weiteren strategischen Übernahmen auch durch Betreiber zu rechnen, deren ambulante Akquisestrategien auch den Bereich der ambulanten Intensivpflege einschließen. Korian hatte die Übernahme eines Münchner Intensivpflegedienstes bekannt gegeben und komplettiert so das Portfolio im Bereich der Pflegedienstleistungen, das neben der klassischen stationären Pflege bereits auch ambulante Pflege, betreutes Wohnen und Tagespflege umfasst.


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