Die Redaktion berichtet regelmäßig über Finanzierungen von Pflege-Startups. Da der Startup-Bereich sehr dynamisch ist, haben wir eine Übersicht über alle Entwicklungen erstellt. Hier erhalten Sie eine Übersicht über alle Finanzierungen von deutschen Startups aus dem Pflegemarkt, die im Jahr 2026 bekanntgegeben wurden.

Startup Finanzierungen in der Pflege 2026

StartupKapitalgeberFinanzierungMonat der Finanzierung
RecareDNV und CIBC Innovation Banking37 Mio. EuroJanuar
HellomedEquityPitcher Ventures, IBB Ventures und Zwei.76 Mio. EuroFebruar
GardiaPeak, Amberra, Butterfly & Elephant, Bonventure, Dieter von Holtzbrinck Ventures Beurer8,5 Mio. EuroFebruar
AssistMeCRB Health Tech, Vorwerk Ventures, SUM Ventures, Brandenburg Kapital, Conle, Next Big Thing, IBB Capital6,5 Mio. EuroAugust

Spotlight Januar: Recare sichert sich 37 Millionen Euro

Recare erhält im Rahmen seiner Finanzierungrunde 37 Millionen Euro, worin ebenfalls die Option auf weiteren 7 Millionen Euro enthalten ist. DNV, ein unabhängigen Versicherungs- und Risikomanagementanbieter führt die Finanzierungsrunde an, wobei ebenfalls CIBC Innovation Banking sowie andere Investoren involviert sind. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 29. Januar hervor.

Konkret soll das in Berlin ansässige Unternehmen durch die Finanzierungsrunde die Markteinführung ihres KI-Agenten beschleunigen, welcher in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen soll. Dabei kann im Gesundheitswesen die Arbeitsbelastung von Mitarbeitenden reduziert werden, indem der KI-Agent medizinische Einrichtungen bei der Automatisierung administrativer Aufgaben unterstützt. Des Weiteren steuert er Arbeitsprozesse über diverse Systeme.

Weiterführend automatisiert der KI-Agent von Recare Routineaufgaben sowie Dokumentation wie beispielsweise Übergabeprotokolle oder Arztbriefe und nimmt eine Extraktion sowie Strukturierung aus zum Beispiel PDFs oder Scans vor. Zudem koordiniert er Arbeitsabläufe in der Klinik über mehrere Abteilungen.

„Krankenhäuser stehen unter enormem operativen Druck, weil medizinisches Fachpersonal immer mehr Zeit mit Verwaltungsaufgaben verbringt. Dadurch bleibt weniger Zeit für das Wesentliche: die Versorgung der Patienten. Unser KI-Agent übernimmt einen Großteil dieser Verwaltungsaufgaben, indem er unstrukturierte Daten nutzt, um Arbeitsabläufe schnell zu koordinieren. Mit dem neuen Kapital werden wir die Einführung des KI-Agenten in Deutschland und international beschleunigen und Gesundheitseinrichtungen so dabei helfen, ihre Teams deutlich zu entlasten”, sagt Maximilian Greschke, CEO von Recare.

Recare versorgt zwei Drittel aller Krankenhäuser bundesweit und beschäftigt mehr als 26.000 Pflegekräfte. Mit einer Software-as-a-Service-Plattform vereinfacht das Unternehmen digital die Nachsorge sowie das Entlassmanagement.

(Pressemitteilung Recare)

Spotlight FebruarHellomed sichert sich 6 Millionen Euro  

Das Healthtech-Startup Hellomed, das in Berlin ihren Firmensitz hat, sichert sich 6 Millionen Euro Venture Capital. Dabei wurde die Finanzierungsrunde von EquityPitcher Ventures aus Zürich angeführt, wobei ebenfalls IBB Ventures und Zwei.7 an der Finanzierungsrunde beteiligt sind. Ebenfalls unterstützen und engagieren unter anderem Family Offices und Gründer aus der Pflege- und Gesundheitswirtschaft sowie aus der Start-Up-Szene das Unternehmen. Dies geht aus einer Meldung vom 10. Februar von altenheim.net hervor. 

Die Finanzierungsrunde wurde durchgeführt um hellomedOS, eine digitale Lösung für Medikationsmanagement, bundesweit voranzutreiben. Das Primärziel besteht dariin, systematisch Medikationsfehler in sowohl der stationären als auch der ambulanten Pflege auszuschließen und somit eine Entlastung des Pflegepersonals zu gewährleisten.  

So wird durch hellomedOS  eine Digitalisierung der Prozesse zwischen Pflegeunternehmen und Apotheken herbeigeführt. Hierzu zählen unter anderem die strukturierte Erfassung und Aktualisierung von Medikationsplänen, wobei küntsliche Intelligenz verwendet wird und digitale Bestell- und Lieferprozesse. 

Das Unternehmen wurde 2022 durch Enrico Bernardo, Tim Bogdan sowie Felix Morawski gegründet. Mithilfe des Kapitals will Hellomed weiter auf Wachstumskurs sein, denn zu den bisher 100 angebundenen Pflegeunternehmen sollen mehr als 2.000 weitere Unternehmen dazukommen. Darüber hinaus plant Hellomed mittelfristig unter den Produktlinien Care, Family, Professional sowie Pharmacy zu bündeln.  

(Pressemeitteilung Hellomed)

Spotlight Februar: 8,5 Millionen Euro Finanzierung Gardia

Das Startup Gardia aus Soest entwickelt ein Notrufarmband, das Stürze mit KI erkennt. Nun hat das Unternehmen Investorenkapital erhalten, wie aus einer Meldung des Handelsblattes hervorgeht wie das Handelsblatt vorab erfahren hat. Das 2019 gegründete Startup Microsynetics agiert unter der Marke „Gardia“. Gegründet wurde das Startup von Marlon Besuch und Michael Hummels.

Die kürzlich abgeschlossene Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Millionen Euro unterstützt das weitere Wachstum des Unternehmens. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom europäischen Wagniskapitalgeber Peak. Beteiligt sind auch Amberra und Butterfly & Elephant sowie die bestehenden Investoren Bonventure, Dieter von Holtzbrinck Ventures und Beurer.

Spotlight August: AssistMe sichert sich 6,5 Millionen Euro für internationales Wachstum

CRB Health Tech und Vorwerk Ventures führen die Finanzierungsrunde an. Mit dem Kapital baut AssistMe die Pflegeplattform alea aus und beschleunigt die Expansion in Europa sowie die Vorbereitung des US-Markteintritts.

Die AssistMe GmbH hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von CRB Health Tech und Vorwerk Ventures. Darüber hinaus beteiligen sich der US-amerikanische Investor SUM Ventures sowie die bestehenden Investoren Brandenburg Kapital, das Family Office Conle, Next Big Thing und IBB Capital. Das Kapital fließt in den Ausbau der Vertriebsstrukturen in Europa, die Vorbereitung des US-Markteintritts und die Weiterentwicklung der Pflegeplattform alea.

alea meldet Pflegekräften direkt, was im Alltag zählt: ob ein Inkontinenzprodukt gewechselt werden muss, wie eine Person liegt, wann sie zuletzt gelagert wurde und ob es Hinweise auf einen Sturz gibt. Statt auf Routinen zu vertrauen, können Pflegekräfte ihre Maßnahmen am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Die relevanten Informationen werden automatisiert in die Pflegedokumentation überführt. Das nimmt Aufwand aus der Organisation – und schafft mehr Zeit für das, was Pflege ausmacht: die Zuwendung zum Menschen und die Hebung der Pflegequalität.

Die Finanzierungsrunde setzt auf die fortlaufende Entwicklung der alea-Care-Plattform von AssistMe zusammen mit Pflegeeinrichtungen und Anbietern – mit sichtbarem Ergebnis: Allein im letzten Halbjahr hat sich der monatlich wiederkehrende Umsatz mehr als versechsfacht. Heute ist die Lösung bei großen wie kleinen Trägern im Einsatz, darunter Einrichtungen der Johanniter, der AWO, der Führer-Gruppe oder der Argentum-Gruppe.

(Pressemitteilung (AssistMe)

Monatsübersicht der Startup-Finanzierungen 2026

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