Entwicklung der Investionskosten von Pflegeheimen

Einleitung

Die Investitionskosten von Pflegeheimen zählen neben den Kosten für Unterkunft, Verpflegung und dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil zu den Heimkosten, die dem Bewohner von Pflegeeinrichtungen auf Tagesbasis in Rechnung gestellt werden. Sie dienen dabei zur Refinanzierung der anfallenden Kosten für Gebäude und Anlagen, deren Alter und Zustand, sowie Baukosten und weitere Kosten in die Berechnung einfließen. Grundlage dieser Berechnung sind individuelle Bestimmungsfaktoren, die für große Differenzen bei der Höhe der Investitionskosten von Pflegeheimen sorgen.

Entwicklung der Investitionskosten von Pflegeheimen

Analysiert wurden hierfür die Kostensätze von 10.838 stationären Pflegeeinrichtungen mit Investitionskosten wischen 0,51 Euro im günstigsten und 44,02 Euro im teuersten Fall. Für die Auswertung und Einordnung der Werte wird der Median verwendet, da dieser den Einfluss der extrem nach unten und oben abweichenden Werte reduziert. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Median verringert und beträgt aktuell 14,13 Euro. Noch vor einem Jahr betrug der Median der Investitionskosten von Pflegeheimen 14,50 Euro.

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Deutlich wird diese Entwicklung bei der Betrachtung der Häufigkeitsverteilung der Investitionskosten. Während der relative Anteil der Pflegheime mit einem Investitionskostensatz zwischen 15,00 Euro und 20,00 Euro um 2,5 Prozentpunkte auf 30,7 Prozent sank, nahm die Gruppe der Pflegeheime mit günstigeren Investitionskosten zu. Im Hochpreissegment ab einem Tagessatz von 20,00 Euro gab es im Vergleichszeitraum keine Verschiebungen. Etwa 13 Prozent der Pflegeheime berechnen tägliche Investitionskosten von über 20,00 Euro.

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Vergleich der Investitionskosten von Pflegeheimen in den Bundesländern

Große Unterschiede bei der Höhe der Investitionskosten von Pflegeheimen gibt es im Vergleich der Bundesländer, insbesondere im Ost-West-Vergleich. Die niedrigen Investitionskostensätze der neuen Bundesländer sind einerseits durch die niedrigeren Kostenaufwendungen sowie andererseits auch durch die staatlichen Subventionen begründet, die zum Betreiben eines Pflegeheims in der Vergangenheit bereitgestellt wurden. Während der Median der Investitionskosten in den neuen Bundesländern 9,95 Euro beträgt, liegt der Median in den alten Bundesländern 50 Prozent höher. Die höchsten Investkosten mit 18,54 Euro weisen im Bundeslandvergleich die Pflegeheime in Bremen aus, gefolgt von Hamburg (17,78 Euro) und Nordrhein-Westfalen mit einem Median von 17,51 Euro. In NRW ist zum 1. Januar 2017 eine veränderte Regelung zur Berechnung unter anderem der Höhe der Investitionskosten in Kraft getreten. Demnach dürfen ausschließlich Kosten umgelegt werden, die tatsächlich entstanden sind. Pauschalen und kalkulatorische Kosten, die bislang ebenfalls Bestandteil der Kostenberechnung sein konnten, sind nicht länger zulässig. In der Folge sanken die Investitionskosten im Vergleich zum Vorjahr in NRW um über drei Prozent. Die niedrigsten Investitionskosten wurden in Brandenburg ermittelt. Der Median der Investkosten von Pflegeheimen beträgt dort 7,27 Euro.

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Investitionskosten von Pflegeheimen nach Art der Trägerschaft

Auffallende Unterschiede bei der Höhe der Investitionskosten entstehen bei der Betrachtung der Art der Trägerschaft. Unterschieden werden privatwirtschaftliche, kommunale und gemeinnützige Träger von Pflegeheimen. Einrichtungen und Häuser, die privatwirtschaftlich betrieben werden, weisen mit einem Median von 15,52 Euro die höchsten Investitionskosten aus. Deren Anteil an der Gesamtzahl der analysierten Pflegeheime beträgt 44 Prozent. Die niedrigsten Investkosten werden in Einrichtungen der Städte und Kommunen fällig. Der Median dieser Häuser, die mit einem Marktanteil von unter vier Prozent weniger ins Gewicht fallen, beträgt 11,27 Euro. Den größten Anteil an der Gesamtzahl der ausgewerteten Pflegeheime machen mit 52 Prozent die Häuser gemeinnütziger Träger aus. Die täglichen Investitionskosten betragen in diesen Einrichtungen 12,44 Euro.

Kleine Pflegeheime mit niedrigeren Investitionskosten

Neben der Art der Trägerschaft sind die Investitionskosten von Pflegeheimen auch von der Größe der Einrichtungen abhängig. Insbesondere in kleinen Pflegeheimen mit weniger als 50 Plätzen liegen die täglichen Investitionskosten niedriger. Der Median in dieser Größenkategorie beträgt 13,55 Euro, während Einrichtungen mit mehr als 50 und weniger als 80 Plätzen den Bewohnern täglich 14,61 Euro in Rechnung stellen.

Höhe der Investitionskosten abhängig vom Alter der Häuser

Noch deutlichere Differenzen bei der Berechnung der Investitionskosten zeigen sich in der Abhängigkeit vom Alter der Pflegeheime. Hierfür wurden die 7.270 Einrichtungen, für die das jeweilige Baujahr bekannt ist, in fünf Altersklassen kategorisiert. Erkennbar ist, dass die Höhe der Investitionskosten mit dem Alter der Pflegeheime deutlich abnimmt. Liegt der Median der Investkosten für Pflegeheime, die in den vergangenen 10 Jahren gebaut wurden, bei 17,95 Euro, sinkt dieser Betrag in Häusern, die zwischen 10 und 20 Jahren alt sind, auf 14,25 Euro. Der niedrigste Wert wurde für Pflegeheime ermittelt, die vor mehr als 40 Jahren gebaut wurden. Der Median der Investitionskosten in diesen Pflegeheimen beträgt 12,33 Euro.
Im Rückschluss bedeutet dies, dass die Höhe der Investitionskosten einen Hinweis auf das Alter der Pflegeheime ermöglicht und. Mit abnehmenden Investkosten steigt demnach das Alter der Einrichtungen.

median

Fazit

Die Investitionskosten von Pflegeheimen sind ein wichtiger Baustein in der Finanzierung von Pflegeheimen. Anders als die Kostensätze für Unterkunft und Verpflegung und der einrichtungseinheitliche Eigenanteil sind die Investitionskosten nicht Bestandteil der Pflegesatzverhandlungen und werden von den Betreibern der Einrichtungen veranschlagt. Die Analyse zeigt, dass die jeweilige Höhe der Investitionskosten von zahlreichen Faktoren abhängen. Auffällig ist, dass die Höhe der Investitionskosten im Zuge des Inkrafttretens des Pflegestärkungsgesetzes 2 (PSG 2) im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen zeigt die veränderte Regelung zu Investitionskosten und dem Pflegewohngeld, die zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, erste Folgen in Form sinkender Investitionskosten.

Definitionen

Investitionskosten:

Kosten, die den Betreibern für Gebäudemieten, Finanzierungskosten, Leasingaufwendungen, Abschreibungen und Instandhaltungskosten entstehen, dürfen auf die Bewohner umgelegt werden. Eine Ausnahme besteht in Pflegeheimen, die öffentlich gefördert werden. Insbesondere im Zuge der Wiedervereinigung wurden Einrichtungen in den neuen Bundesländern gefördert, dies erklärt das Ost-West-Gefälle in der Höhe der Investitionskosten von Pflegeheimen.

Berechnung von Investitionskosten::

Die Höhe der Investitionskosten beruht auf den tatsächlichen Kosten der Betreiber. Diese sind nicht Bestandteil der Pflegesatzverhandlungen und somit in der Regel nicht einsehbar. Es dürfen nur betriebsnotwendige und angemessene Kosten auf die Bewohner umgelegt werden, diese ergeben sich u.a. durch externe Vergleiche mit anderen Einrichtungen.

Quellen

• „Neue Berechnungen der Pflegekosten in NRW“, 2016, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
• Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA), www.biva.de
• Pflegedatenbank der pm pflegemarkt.com GmbH


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