Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil – Analyse der Pflegeheim-Kosten und Zuzahlung in Deutschland

Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (eeE) für Pflegeheime in 2017 für Pflegebedürftige und Angehörige

Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (eeE) stellt eine wichtige Kennzahl für das Preisniveau der Einrichtung dar. Die Unterschiede in den Regionen sind teilweise massiv. Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Trägerschaften. Der neue Wettbewerbsradar Pflegeheime ermöglicht eine genaue Markt- und Wettbewerbsanalyse.

Verteilung der Zuzahlung durch den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (eeE)

Bei 60 Prozent der Einrichtungen liegt der Eigenanteil zwischen 300 und 900 Euro pro Monat (Siehe Abb. 1). Der durchschnittliche einrichtungseinheitliche Eigenanteil (eeE) liegt in Deutschland bei 576 Euro pro Monat und Bewohner (Siehe Abb. 3).

Die Verteilung und Höhe der durchschnittlichen einrichtungseinheitlichen Eigenanteile (eeE) variiert je nach Trägerschaft der Pflegeeinrichtung. Während die privaten Träger durchschnittlich einen Eigenanteil von 453 Euro pro Bewohner und Monat erheben, berechnen die gemeinnützigen Träger, wie beispielsweise Einrichtungen der Diakonie, Caritas oder AWO einen durchschnittlichen Wert von 707 Euro pro Monat. Dies macht eine Differenz von 254 Euro aus. Kommunale Träger liegen noch etwas höher und berechnen einen durchschnittlichen Betrag in Höhe von 722 Euro pro Monat.

Interessant sind zudem die regionalen Unterschiede des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils in den Bundesländern. Während der einrichtungseinheitliche Eigenanteil in Berlin monatlich im Schnitt mehr als 1.000 Euro beträgt, werden in Thüringen nur 213 Euro pro Bewohner und Monat berechnet.

Pflegeheim Kosten – Pflege, Verpflegung und Investitionskosten

Die Kosten in einem Pflegeheim werden unterschieden in Investitionskosten, Unterkunft- und Verpflegungskosten, sowie die Pflegeaufwendungen.

Unterkunfts- und Verpflegungskosten

Die Unterkunfts- und Verpflegungskosten werden von den Pflegekassen verhandelt und von dem Bewohner gezahlt.

Investitionskosten

Die Investitionskosten sind bestimmt für die Miete und decken somit die Kosten für das Gebäude und die Instanthaltung ab. Die Investitionskosten stellen eine Kaltmiete dar und variieren nach Art und Ausstattung der Einrichtung. Aus den Investitionskosten können Rückschlüsse auf die Modernisierung bzw. den Bau der Einrichtung geschlossen werden. Aufgrund von Zuschüssen, die in einzelnen Bundesländern gewährt werden, können die Kosten zwischen den Bundesländern variieren.

Pflegeaufwendungen oder Kosten für die Pflege

Für die Pflegegrade von zwei bis fünf werden die Kosten für pflegerische Aufwendungen und die Ausbildung des Personals über den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil abgegolten. Bei einem Pflegegrad 1 werden die Kosten pro Pflegeplatz bezahlt, abzüglich eines Zuschusses der Pflegekasse von 125 Euro.

Zuzahlung Pflegeheim über Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil

Die Zuzahlung über den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (eeE) erfolgt für die pflegerischen Aufwendungen und die Schulung des Personals. Die Umstellung auf eine pflegegradunabhängige Zuzahlung birgt Vorteile für Bewohner und Angehörige. Für die Bewohner und die Angehörigen ist eine Höherstufung innerhalb der Pflegegrade durch die gleichbleibende Zuzahlung eine geringere finanzielle Belastung.

Fazit

Der Eigenanteil wird in den kommenden Monaten stark variieren, da viele Einrichtungen neue Verhandlungen mit den Kostenträgern durchführen werden, um Anpassungen im Pflegegradmix vorzunehmen, da durch die Berechnungsmethode mittels Stichtag in 2016 teilweise erhebliche Verzehrungen aufgetreten sind. Die Differenzen zwischen den Einrichtungen sind teilweise sehr hoch, vor allem zwischen den verschiedenen Trägerarten privat, gemeinnützig und kommunal. Einen guten Überblick über die Mitbewerber im Markt zu behalten ist sehr wichtig, um auf Preisänderungen schneller reagieren zu können, bei der Preisgestaltung Anhaltspunkte zu erhalten und die richtige Preisstrategie aufzubauen. Eine deutschlandweite Marktbeobachtung erfolgt durch den Wettbewerbsradar Pflegeheime, der die Kosten der Einrichtungen auf Monatsbasis erhebt und darstellt.

Was ist der einrichtungseinheitliche Eigenanteil im Pflegeheim (eeE)?

Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (eeE) ist der Betrag der Zuzahlung pro Bewohner, der monatlich zuzüglich den Investitionskosten und den Aufwendungen für Unterkunft, sowie Verpflegung an das Pflegeheim entrichtet werden muss. Die Leistungen aus den Pflegegraden 2-5 sind bereits in der Berechnung des einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (eeE) enthalten. Für den Pflegegrad 1 wird kein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (eeE) erhoben, da dies durch die Pflegeplatzkosten ersetzt wird. Die Zuzahlung beläuft sich für den Pflegegrad 1 auf 125 Euro.

Wie berechnet sich der einrichtungseinheitliche Eigenanteil?

Die Berechnung des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils (eeE) erfolgt auf der Basis der Einnahmen bzw. Pflegesätze, welche die Pflegeheime in 2016 mit den Pflegestufen pro Bewohner (Pflegestufenmix) abrechnen konnten. In der Berechnung wurden zudem die Härtefälle und die Bewohner ohne Pflegestufe, aber mit eingeschränkter Alltagskompetenz berücksichtigt. Die Einnahmen der Pflegeeinrichtung aus 2016 werden um die Leistungsbeiträge ab 2017 aus den Pflegegraden der Bewohner minimiert und der restliche Betrag durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Hieraus resultiert der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (eeE). Durch die Umstellung von Pflegestufe auf Pflegegrade durch das PSG2 sollten die Einrichtungen nicht mehr Umsatz erzielen und die Zuzahlung der Bewohner über alle Pflegegrade gleich verteilt werde.

Wie errechnen sich die monatlichen Kosten im Pflegeheim?

Die Kosten werden häufig pro Tag angegeben, so dass eine Umrechnung auf Monatsbasis erfolgen muss. Die Umrechnung erfolgt mit dem Multiplikator von 30,42.

Quellen

Sebastian Meißner, pflegedatenbank.com, Auswertung von über 12.000 Standortprofilen – Auswertungszeitung 02/2017



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