Die Entwicklung ambulanter Pflegedienste – Fünf der größten ambulanten Player in der Rückschau

Einleitung

Das Teilsegment der ambulanten Pflege wächst innerhalb des Pflegemarktes überdurchschnittlich stark und ist der treibende Wachstumsmotor der Pflegebranche. Die Umsetzung des Mottos „ambulant vor stationär“ schreitet voran, Auch aufgrund der gesetzlichen Regelungen zur Einzelzimmerquote in Pflegeheimen und die Öffnung für alternative Versorgungsformen in einigen Bundesländern schreitet die Umsetzung des Mottos „ambulant vor stationär“ voran. Einen weiteren wesentlichen Beitrag liefert die Nische der außerklinischen Intensivpflege. Mit dem einhergehenden Wachstum des Segments der Tagespflege, insbesondere in Kombination mit bestehenden stationären Einrichtungen zeigt den Trend der zunehmenden Ambulantisierung stationärer Betreiber. Aber auch Konzepte in die andere Richtung, von ambulant zu stationär, können durchaus erfolgreich sein. Die Analyse zeigt die Entwicklung führender ambulanter Pflegedienste in den vergangenen Jahren.

Renafan Gruppe mit Komplettlösung im Pflegebereich

Das differenzierteste Angebot findet sich im Portfolio der Berliner RENAFAN Gruppe. Die RENAFAN Gruppe als einer der führenden Dienstleister in den Bereichen Seniorenbetreuung, Intensivpflege und Service für Behinderte mit aktuell rund 3.700 Mitarbeitern verzeichnete von 2015 auf 2016 ein Umsatzwachstum von knapp 30 Prozent. Das als klassischer ambulanter Pflegedienst 1995 gegründete Unternehmen erwirtschaftete 2016 einen Umsatz in Höhe von 117 Mio. Euro. Neben 21 Standorten ambulanter Pflegedienste bundesweit zählen auch 17 stationäre Einrichtungen sowie 27 betreute Wohnanlagen, zum Teil Intensiv-WGs, zum Standortportfolio der Gruppe. Neben organischem Wachstum setzt das Unternehmen auch auf anorganisches Wachstum. 2017 übernahm die Gruppe ein Pflegeheim und zwei Pflegedienste in Süddeutschland. Die Entwicklung der Anzahl der versorgten Patienten ist beachtlich, insgesamt verzeichnen die ambulanten Dienste der Gruppe fast 1.800 versorgte Patienten.

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Advita mit Intensivpflegezentren als Alternative zu WGs in Sachsen

Ein etwas anderes Konzept verfolgt die ebenfalls in Berlin sitzende advita Pflegedienst GmbH. Auch die advita ging 1994 als klassischer ambulanter Versorger an den Start. Heute versorgt die Gruppe pflegebedürftige Patienten an 26 Standorten mit einem integrativen Konzept. Neben einem ambulanten Pflegedienst umfasst das Angebot der Standorte zusätzlich eine Tagespflege und Betreutes Wohnen, teilweise auch mit einem Schwerpunkt in der außerklinischen Intensivpflege. Allein 2017 sind neun Standorte neu hinzugekommen, das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 1.900 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz in Höhe von 52 Millionen Euro. Einen regionalen Schwerpunkt hat die advita Gruppe im Bundesland Sachsen, unter anderem auch mit Standorten von Intensivpflegezentren als Alternative zu Intensivpflege-WGs, die es gemäß sächsischem Heimgesetz nicht mehr geben darf.

Gemeinnützige Unternehmen häufig unterschätzt – der Schwesternverband im Konzert der Großen

Unterschätzt wird häufig der Marktanteil gemeinnütziger Pflegedienste im ambulanten Sektor. Während der stationäre Bereich nach wie vor durch gemeinnützige Betreiber dominiert wird, gilt das Segment der ambulanten Pflege in der allgemeinen Wahrnehmung privatwirtschaftlich geprägt. Mit über 10.000 privatwirtschaftlich geführten Standorten der insgesamt 14.700 Standorte beträgt der Anteil der privaten fast 70 Prozent. Bei der Betrachtung der versorgten Patienten hingegen zeigt sich, dass das Verhältnis gemeinnütziger und privater Betreiber ambulanter Pflegedienste nahezu ausgeglichen ist. Gemeinnützige Träger bieten in der Regel eine deutlich größere Bandbreite der Angebote und nutzen das Konzept der Ambulantisierung aus der Historie heraus. Nahezu flächendeckend treten die Regionalverbände der Caritas, des DRK und der Arbeiterwohlfahrt neben Dienstleistungen der ambulanten Pflege auch als Träger stationärer Einrichtunge auf und ergänzen diese zunehmend um Angebote der Tagespflege und Betreutes Wohnen.

Einer der „hidden Champions“ ist der Saarländische Schwesternverband, der in den vergangenen Jahren eine beachtliche Entwicklung hingelegt hat. Die Zahl der ambulant Versorgten Patienten hat sich von 2015 bis 2016 fast verdoppelt. Rund 1.000 Patienten werden durch die Standorte der zum Unternehmen gehörenden ambulanten Pflegedienste aktuell versorgt. Ergänzt wurde das Angebot in der jüngeren Vergangenheit durch die Akquise stationärer Einrichtungen. Rund 2.800 Pflegeplätze betreibt die 2017 ausgegründete Trägergesellschaft Schwesternverband Pflege und Assistenz gGmbH. Im Geschäftsjahr 2016 zählte der Schwesternverband mit einem Umsatz in Höhe von 119 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss in Höhe von 2,5 Millionen Euro zu den Schwergewichten der Branche. Seit der strategischen Neuausrichtung 2011 wuchs der Umsatz um des Unternehmens um rund 50 Prozent. Um die ärztliche Versorgung seiner Einrichtungen, besonders in den ländlichen Regionen, sicherzustellen, hat das Unternehmen kürzlich eine Arztpraxis eröffnet.

Bonitas erweitert Standorte von Intensiv-WGs

Auch der Branchenprimus, die Bonitas Holding, befindet sich weiterhin auf Expansionskurs. Der Spezialist in der außerklinischen Intensivpflege gehört zur luxemburgischen Lavorel Medicare und erwirtschaftete 2016 einen Jahresumsatz von geschätzten 115 Millionen Euro. Aufgrund der Einbettung in den Konzernabschluss des luxemburgischen Mutterunternehmens sind keine genauen Zahlen des Jahresabschlusses bekannt. Neben der klassischen 1-zu-1-Versorgung betreibt die 1995 gegründete Bonitas Holding Intensiv-WGs an mittlerweile 35 Standorten. 2017 hat das Unternehmen 6 neue Intensiv-WGs mit insgesamt knapp 100 Plätzen eröffnet und zwei neue Pflegedienste eröffnet. Hinzu kommen die Übernahmen von zwei weiteren ambulanten Pflegediensten und einer Tagespflege mit 12 Plätzen. An den insgesamt 63 Standorten versorgt die Bonitas Holding über 2.700 Patienten. Außerdem zählt mit einer Einrichtung in Nürnberg eine stationäre Pflegeeinrichtung zum Standortportfolio, diese wurde Ende 2016 eröffnet.

Deutsche Fachpflege Gruppe ist das jüngste Unternehmen der Spitzengruppe

Die Deutsche Fachpflege Gruppe aus München ist 2011 als Portfolio Unternehmen des Private Equity Unternehmens Chequers Capital an den Start gegangen und ist das jüngste Unternehmen der Spitzengruppe. Binnen sieben Jahren versorgt die Gruppe aktuell 1.000 Patienten, überwiegend im Bereich der außerklinischen Intensivpflege. 16 Unternehmen zählen aktuell zur Unternehmensgruppe, die bereits über 50 Intensiv-WGs bundesweit betreibt. Mit dem Kinderhaus „Luftikus“, das 2015 eröffnet wurde, betrat die DFG das Segment der stationären Pflege.


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