Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2024 in Deutschland etwa 6,2 Mio. Personen im Gesundheitswesen beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl an Beschäftigten um 1,7 Prozent an. Von den 6,2 Mio. Beschäftigten haben etwa 3,6 Mio. Beschäftigte direkten Patientenkontakt. Von den 6 Mio. Beschäftigten im Gesundheitswesen sind 2024 etwa 1,3 Mio. Personen in Pflegeeinrichtungen beschäftigt gewesen. Besonders in teilstationären Pflegeeinrichtungen ist die Anzahl der Beschäftigten stark angestiegen. Hier wurden 2024 insgesamt 3,0 Prozent mehr Beschäftigte gezählt.
Inhaltsverzeichnis
Entwicklung der Beschäftigten in der Pflege
Im Jahr 2019 gab es einer Analyse der Bundesagentur für Arbeit zufolge in Deutschland insgesamt 600.890 sozialversicherungspflichtige Altenpflegekräfte. Seit 2019 stieg die Anzahl kontinuierlich an. Für das Jahr 2025 konnten 647.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Altenpflegekräfte gezählt werden. Von 2019 bis 2024 wurde ein Anstieg von insgesamt 7,7 Prozent an neuen Pflegekräften gezählt. Seit 2019 gibt es insgesamt 46.110 neue Altenpflegekräfte.
Einer Veröffentlichung der Bundeagentur für Arbeit gibt Auskunft darüber, wie sich die prozentuale Verteilung der Altersgruppen der Pflegekräfte von 2019 bis 2023 entwickelt hat. Von 2019 bis 2023 konnten insgesamt 31.600 neue Pflegekräfte über alle Altersgruppen hinweg gezählt werden. Während der Anteil der 25 bis 34 Jährigen sowie der Anteil der 35 bis 54 Jährigen über die Jahre hinweg konstant blieb, fällt auf, dass der Anteil der unter 25 Jährigen rückläufig ist.
Einer Veröffentlichung der Bundeagentur für Arbeit gibt Auskunft darüber, wie sich die prozentuale Verteilung der Altersgruppen der Pflegekräfte von 2019 bis 2023 entwickelt hat. Von 2019 bis 2024 konnten insgesamt 46.110 neue Pflegekräfte über alle Altersgruppen hinweg gezählt werden. Während der Anteil der 25 bis 34 Jährigen sowie der Anteil der 35 bis 54 Jährigen über die Jahre hinweg konstant blieb, fällt auf, dass der Anteil der unter 25 Jährigen leicht angestiegen ist.
Folgt man der Annahme, dass bis 2030 alle Pflegekräfte über 60 sowie die Hälfte der Pflegekräfte zwischen 50 und 60 Jahren in den Ruhestand gehen werden, so kann von einem Verlust von insgesamt 194.798 Pflegekräften bis zum Jahr 2030 ausgegangen werden.
Neue generalistische Pflegeausbildung seit 2020
Durch das Pflegeberufreformgesetz sind seit 2020 die Ausbildungen in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in sowie Altenpfleger/-in zum Berufsbild Pflegefachfrau/-mann zusammengeführt worden.
Der erste Jahrgang in der neuen Pflegeausbildung startete 2020 mit insgesamt 53.610 neuen Auszubildenden. Während im Folgejahr 2021 ein kleiner Anstieg an neuen Auszubildenden zu erkennen war, so zeichnete sich für das Jahr 2022 ein Rückgang an neuen Auszubildenden an. Im Jahr 2023 starteten insgesamt 53.900 neue Auszubildende. Für das Jahr 2025 konnten insgesamt 64.300 neue Auszubildende gezählt werden. Von 2020 bis 2025 ist die Anzahl der neuen Auszubildenden um etwa 20 Prozent angestiegen.
Prognose der Beschäftigungsentwicklung bis 2030
Nachdem sowohl die Entwicklung der Beschäftigen in der Altenpflege, deren Altersstrukturen sowie die neuen Auszubildenden analysiert wurden, stellt sich die Frage, wie sich die Beschäftigungssituation in der Pflege bis zum Jahr 2030 entwickeln könnte. Dafür hat das Analyse- und Redaktionsteam der pflegemarkt.com zwei Prognosen erstellt.
Dem ersten Szenario liegen folgende Annahmen zugrunde:
- Die Pflegeausbildung erfolgt i.d.R. in 3 Jahren.
- Zwei Drittel der Auszubildenden geht nach der Ausbildung die Altenpflege; ein Drittel in Kliniken.
- Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bleibt ab 2026 konstant bei 64.300.
- Die Abbruchquote in der Ausbildung liegt konstant bei 35%.
Die Rechnung zeigt, dass von 2020 bis 2030 insgesamt 194.798 Pflegekräfte in den Ruhestand gehen werden. Hingegen werden im gleichen Zeitraum 202.749 Auszubildende ihre Pflegeausbildung beenden und in den Beruf der Altenpflege einsteigen. Das bedeutet, dass für das Jahr 2030 mit etwa 8.000 mehr Pflegekräften als heute gerechnet werden kann. Damit würde die Anzahl der Pflegekräfte um etwa 1 Prozent bis 2030 ansteigen.
Dem zweiten Szenario liegen folgende Annahmen zugrunde:
- Die Pflegeausbildung erfolgt i.d.R. in 3 Jahren.
- Zwei Drittel der Auszubildenden geht nach der Ausbildung die Altenpflege; ein Drittel in Kliniken.
- Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bleibt ab 2026 konstant bei 60.000.
- Die Abbruchquote in der Ausbildung liegt konstant bei 35%.
Die Rechnung zeigt, dass von 2020 bis 2030 insgesamt 194.798 Pflegekräfte in den Ruhestand gehen werden. Hingegen werden im gleichen Zeitraum 199.022 Auszubildende ihre Pflegeausbildung beenden und in den Beruf der Altenpflege einsteigen. Das bedeutet, dass für das Jahr 2030 mit etwa 4.000 mehr Pflegekräften als heute gerechnet werden kann. Damit würde die Anzahl der Pflegekräfte um etwa 0,5 Prozent bis 2030 ansteigen.
Fazit
Die Analyse zeigt, dass es bis 2030 etwa 8.000 bzw. 4.000 mehr Pflegekräfte geben wird als heute. Dieser Berechnung muss allerdings die Entwicklung der Pflegebedürftigen entgegenstellen. Der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes zufolge gab es im Jahr 2023 etwa 5,6 Mio. Pflegebedürftige in Deutschland. Der Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes nach wird es bis 2030 bei zunehmenden Pflegequoten 6,1 Mio. Pflegebedürftige geben. Das bedeutet, dass es bis zum Jahr 2030 etwa 9 Prozent mehr Pflegebedürftige, jedoch nur 1 Prozent (Szenario 1) bzw. 0,5 Prozent (Szenario 2) mehr Pflegekräfte geben wird. Auch wenn es bis 2030 mehr Pflegekräfte geben wird als heute, wird dies nicht ausreichen, die Versorgung der Pflegebedürftigen zu gewährleisten.
Hinweis: Die Berechnung berücksichtigt jedoch nur die Pflegekräfte, die nach der Ausbildung in den Beruf starten sowie die Pflegekräfte, die bis 2030 in den Ruhestand gehen werden. Bei der Berechnung wurde außer Acht gelassen, dass jährlich auch Beschäftigte in der Altenpflege aus dem Beruf aus verschiedenen Gründen aussteigen. Auch Fachkräfte, die aus dem Ausland akquiriert werden, wurden nicht berücksichtigt.




Kommentar schreiben