Marktanalyse ambulante Pflegedienste 2019

Die Landschaft der ambulanten Pflege gilt nicht ohne Grund als eine der tragenden Säulen unseres deutschen Pflegesystem – rund 15.300 Pflegedienste versorgen zur Zeit im ganzen Land mehr als 1,5 Millionen Patienten. Der ambulante Pflegemarkt ist dabei immer wieder lokalen Schwankungen unterworfen, wie die Marktanalyse 2019 zeigt.

Durchschnittlich versorgt ein Pflegedienst in Deutschland etwa 109 Patienten – damit kommen die aktuell 15.316 Pflegedienste auf eine Gesamtversorgung von etwa 1.531.00 Patienten. Die amtlichen Statistiken gingen für Ende 2017 nur von 829.985 durch ambulante Pflegedienste versorgte Patienten aus. Während die amtlichen Angaben jedoch ausschließlich Leistungen der Pflegekassen nach SGB XI berücksichtigen, beinhaltet die Datengrundlage dieser Analyse auch Leistungsempfänger der Krankenkassen nach SGB V sowie Privatzahler. Ausgewertet wurden die in den aktuellen Transparenzberichten enthaltene Information zur Anzahl aktueller Versorgungen der Pflegedienste; somit wird eine möglichst realitätsnahe Analyse der aktuellen ambulanten Strukturen mit höchst möglicher Aktualität garantiert.

Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich versorgt, Bayern mit Potenzial

In Deutschland wird vor allem Mecklenburg-Vorpommern gut von ambulanten Pflegediensten versorgt.

Dabei ist die Versorgung jedoch nicht in allen Bundesländern gleichmäßig strukturiert und verbreitet. Zum bestmöglichen Vergleich der unterschiedlichen Bundesländer wird im weiteren Verlauf des Artikels die ambulanten Versorgungen auf Versorgungen pro 10.000 Einwohner ab 75 Jahren potenziert. Eine besonders gute Versorgung durch Pflegedienste weisen Mecklenburg-Vorpommern (2.489 Versorgungen pro 10.000 Einwohner ab 75 Jahren) und Niedersachsen (2.400 Versorgungen pro 10.000 Einwohner ab 75 Jahren) auf. Auch Sachsen-Anhalt weist eine überdurchschnittliche Versorgung auf, während insbesondere Bayern eine unterdurchschnittliche Versorgung durch ambulante Pflegedienste aufzeigt . Auch bei den Neugründungen im ersten Quartal 2019 zeigte sich Bayern im Bundesländervergleich als besonders unterversorgt. Auch die Freistädte Bremen und Hamburg zeigen eine überdurchschnittliche Versorgung durch ambulante Dienste, während die Hauptstadt mit rund 1.700 Versorgungen pro 10.000 Einwohnern ab 75 Jahren eher im Mittelfeld des Ländervergleichs spielt.

Von den zehn größten Städten in Deutschland wird Hamburg am besten von ambulanten Pflegediensten versorgt.

Diese Verteilung wird auch beim Vergleich der zehn größten Städte Deutschlands deutlich. Hier belegt Hamburg den ersten Platz (2.036 Versorgungen pro 10.000 Einwohner ab 75 Jahren), während Dortmund und Frankfurt mit einigem Abstand folgen. Berlin kann sich den fünften Platz sichern, während München als Bayerns Landeshauptstadt mit gerade einmal 1.085 Versorgungen pro 10.000 Einwohner ab 75 Jahren großes Versorgungspotential zeigt, welches weit unter dem Schnitt von 1.666 Versorgungen zurückbleibt.

Spezialisierungen nehmen zu

Bereits die Analyse der Neugründungen im ersten Quartal 2019 ließen den Schluss zu, dass die ambulante Pflege weiterhin einem starken Wachstum anhängt. Bei genauerer Betrachtung aller ambulanten Neugründungen des Jahres 2018 lässt sich zudem erkennen, dass auch Spezialisierungen eine zunehmende Rolle bei Neugründungen spielen. So hat sich ein Viertel aller Neugründungen aus dem Jahr 2018 auf Demenz- oder Intensivpflege spezialisiert. Auch die zehn am stärksten Wachsenden Pflegedienste aus dem ersten Quartal 2019 – basierend auf den aktuellen MDK-Auswertungen im Vergleich zum Vorjahr – wiesen fast durch die Bank hinweg mindestens eine Spezialisierung auf; wobei Demenzspezialisierungen (6 von 10) überwogen.

Das zwei der am stärksten wachsenden Pflegedienste im ersten Quartal zudem zu HomeInstead – und damit dem größten Pflegedienst der Top 15 Pflegedienste 2019 – gehören, belegt erneut die sich langsam steigende Präsenz der größten Dienstleister in der ambulanten Pflege. Deren Anteil am ambulanten Markt stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr moderat um 0,4 Prozentpunkte auf nunmehr 2,4 Prozent. Die 100 größten Pflegedienste hielten zugleich einen Anteil von 4,8 Prozent – somit stellen die Top 15 Pflegedienste etwa die Hälfte des Marktanteils der Top 100 der ambulanten Dienste.

Das zwei der am stärksten wachsenden Pflegedienste im ersten Quartal zudem zu HomeInstead – und damit dem größten Pflegedienst der Top 15 Pflegedienste 2019 – gehören, belegt erneut die sich langsam steigende Präsenz der größten Dienstleister in der ambulanten Pflege. Deren Anteil am ambulanten Markt stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr moderat um 0,4 Prozentpunkte auf nunmehr 2,4 Prozent. Die 100 größten Pflegedienste hielten zugleich einen Anteil von 4,8 Prozent – somit stellen die Top 15 Pflegedienste etwa die Hälfte des Marktanteils der Top 100 der ambulanten Dienste.

Die Marktanalyse der ambulanten Pflegedienste zeigt eine starke Entwicklung seit dem Jahr 1999

Transaktionen im ambulanten Sektor steigern sich

Trotz kleineren und größeren Transaktionen im ambulanten Sektor bleibt dieser weiterhin einer der am stärksten fragmentierten Märkte in der deutschen Pflege. Zudem steht die Summe an Transaktionen hinter jener im stationären Bereich: Während im Jahr 2018 insgesamt 281 Transaktionen im stationären Sektor stattfanden, waren es im gleichen Zeitraum nur 81 im ambulanten Bereich. Das Jahr 2019 zeigt jedoch bereits mehr Aktivitäten – bisher wurden 77 Pflegedienste und 90 Pflegeheime in Transaktionen eingeschlossen. Zugleich bewegt sich auch einiges im Management der ambulanten Pflege – so wechselt Christian Deckert von Renafan zur gemeinnützigen ProCurand GmbH, während die APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH zum ersten Mai 2019 die eigene Geschäftsführung verstärkt. Auch der Ausstieg von Stefano Wulf und Frank Höhne aus der Geschäftsführung der Deutsche Pflegegruppe GmbH und die Berufung von Stefan Hille in das Unternehmen deutet die Veränderungen und Impulse im ambulanten Sektor an. Dieser zeigt sich insbesondere im Bereich weiterer Leistungsangebote offen – besonders betreute Wohnanlagen und Wohngruppen werden zahlreich errichtet, um ein möglichst breites Spektrum an Versorgungsmöglichkeiten abzudecken.

Fazit

Der ambulante Pflegemarkt zeigt sich weiterhin als stark fragmentierter Markt, dessen Versorgungsquote je nach Bundesland und Landkreis stark schwankt. Als besonders erfolgreich präsentieren sich dabei nicht nur spezialisierte Unternehmen – auch der Verbund mit weiteren Leistungsangeboten wie betreute Wohneinheiten, Tagespflegen oder Wohngruppen stärken die ambulanten Dienste und ermöglichen weiteres Wachstum.

(Dieser Beitrag erschien zuerst bei CareInvest Ausgabe 11_2019)


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